News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Loveparade: Zivilklage abgewiesen

Loveparade: Zivilklage abgewiesen

Von Thomas Waetke 29. September 2016

Das Landgericht Duisburg hat heute eine von mehreren Zivilklagen abgewiesen, allerdings war das nicht wirklich überraschend: Eine Frau hatte den Veranstalter, den Geschäftsführer der Veranstaltungsfirma, die Stadt Duisburg und das Land NRW auf Zahlung von 34.000 Euro verklagt.

Doch etwas kurios an der Klage war, dass die Frau gar nicht auf der Loveparade war. Sie befand sich zum Unfallzeitpunkt auf einem Fest in der Nähe. Sie behauptete, sie habe den Tunneleingang von dem Fest aus sehen können und hatte später von den Toten und Verletzen erfahren; seitdem leide sich unter einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Das Landgericht Duisburg hat die Klage aber abgewiesen: Es sei nicht erkennbar, dass ein ausreichender Zusammenhang zwischen dem Vorfall und den Auswirkungen bei der Klägerin bestehe. Juristisch formuliert heißt das, dass das Gericht den sog. Kausalzusammenhang bzw. die Kausalität verneint hat.

Alles andere wäre auch seltsam gewesen, da man dann genauso denjenigen verurteilen müsste, der vorne versehentlich den Stau verursacht hat und dabei bei einem Autofahrer, der im Stau stehen muss, einen Schaden verursacht, weil der einen Geschäftstermin versäumt.

Die Frage der Kausalität hat sich übrigens auch bei dem Urteil des Bundesgerichtshofes zum „Böllerwurf“ gestellt: Haftet ein Fußballfan, der einen Böller ins Publikum wirft für den Schaden, den der Verein dadurch erleidet, dass der Verein eine Verbandsstrafe zahlen muss? Der BGH hat hier die Kausalität bejaht.

Fußball: Krawallmacher machen sich schadenersatzpflichtig

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Gerichtshammer in blauem Licht: © Paul Hill - Fotolia.com