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aus dem Eventrecht

Mindestens 15 Tote bei Loveparade

Von Thomas Waetke 24. Juli 2010

Bei der Loveparade in Duisburg kam es gegen 17 Uhr zu einer Katastrophe: Während Besucher vor einem eingezäunten Gelände auf Einlass warteten, kam es in einem Tunnel zu einer Panik. Mindestens 15 Besucher starben, ca. 100 Besucher wurden zum Teil schwer verletzt. Mehrere bewusstlose Besucher müssen noch reanimiert werden.

Die Veranstaltung läuft weiter, der Kristenstab hat sich entschieden, die Loveparade nicht abzubrechen, da offenbar ein Chaos befürchtet wird, wenn plötzlich alle Besucher zeitgleich die Veranstaltung verlassen. Vorsorglich wurden alle Notausgänge des Geländes geöffnet.

Dennoch verlassen bereits tausende Besucher die Veranstaltung, die von dem Unglück erfahren haben. Polizei und Feuerwehr versuchen derzeit, nach Hause strebende Besucher zu kanalisieren, es werden 120 Sonderbusse eingesetzt. Bei den meisten Besuchern hat sich das Unglück noch nicht herumgesprochen.

Die angrenzende Autobahn A59 wird von den Rettungskräften als Anfahrts- und Abfahrtsweg genutzt und wurde gesperrt. Auch der Duisburger Hauptbahnhof wurde gesperrt, da viele Besucher auf die angrenzenden Gleise ausgewichen sind. UPDATE: Die ersten Züge fahren wieder, um die Besuchermassen möglichst schnell aus der Stadt herauszubringen. Neun Rettungshubschrauber sind im Einsatz.

Eine Hotline für besorgte Angehörige wurde geschaltet (0203/94000).

Nach ersten Meldungen sollen Besucher, die den Tunnel bereits passiert hatten, die Polizei ca. 45 Minuten vor der Tragödie noch gewarnt haben, dass der Tunnel völlig überfüllt sei und immer noch weitere Menschen nachströmen würden. Das Veranstaltungsgelände soll kurz vor dem Unglück wegen Überfüllung bereits geschlossen worden sein.

Offenbar war das Gelände, zu dem die Besucher wollten, für die ankommenden Besuchermassen viel zu klein; viele Besucher kletterten über die Zäune. Auf einen solchen Massenandrang war man auf Veranstalter- und Polizeiseite wohl nicht vorbereitet. Der Tunnel war ein Nadelöhr, das nun mehreren Besuchern zum Verhängnis wurden. Das Gelände „Güterbahnhof“ soll offenbar nur für etwa 350.000 Menschen ausgelegt sein, während ca. 1 Million Besucher angereist sind.