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aus dem Eventrecht

Loveparade: Neues Gutachten stellt Anklage in Frage

Von Thomas Waetke 31. März 2015

Das Loveparade-Verfahren vor dem Landgericht Duisburg könnte vor einer neuen Hürde stehen: Ein Rechtsanwalt eines angeklagten Behördenmitarbeiters hat ein Gutachten vorgelegt, das das Gericht bei der Prüfung, ob das Strafverfahren gegen mögliche Verantwortliche des Loveparade-Unglücks eröffnet wird, nicht gänzlich außer Acht lassen dürfte: Der Autor des Gutachtens jedenfalls ist kein Unbekannter:

Bernd Schulte, früherer Vorsitzender Richter  am Oberverwaltungsgericht NRW, hat auf 138 Seiten ausgeführt, dass seiner Meinung nach möglicherweise die Falschen auf der Anklagebank sitzen: Jedenfalls die angeklagten Mitarbeiter der Baubehörde hätten lediglich die Genehmigung für die Nutzungsänderung für das Festivalgelände selbst genehmigt, aber gerade nicht den Bereich des Tunnels, in dem es zu dem tragischen Unglück mit 21 Toten und über 500 Verletzten gekommen war.

Seiner Ansicht nach sei die Polizei bei konkreter Gefahr verantwortlich, womit der Gutachter auch bei der Polizei eine entsprechende Verantwortung erkennt: Seitens der Polizei wurde aber durch die Staatsanwaltschaft kein Verantwortlicher angeklagt. Der Verteidiger des Angeklagten, der das Gutachten initiiert hatte, hält das Gutachten des Sachverständigen Still, auf das sich die Staatsanwaltschaft stützt, für “Unfug”, es sei voller falscher Zahlen und falscher Rechtsgrundlagen, wie der Anwalt in der WAZ zitiert wird.