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aus dem Eventrecht

London: Irre Aktion bei Konzert verletzt zwei Besucher

Von Thomas Waetke 19. November 2013

Bei einem Konzert in London sind zwei Besucher verletzt worden – die Ursache ist etwas bizarr:

Der US-Rapper George Watsky kletterte bei seinem letzten Song auf eine in ca. 10 Meter Höhe an der Decke aufgehängte Beleuchtungs-Traverse und sprang von dort ins Publikum. Dabei fiel er auf zwei Besucher, eine Frau erlitt einen Armbruch, ein Mann wurde am Rücken verletzt. Der Rapper selbst erlitt mehrere Prellungen. Der Rapper entschuldigte sich zwischenzeitlich auf Facebook und versicherte, dass er weder betrunken gewesen sein noch unter Drogen gestanden habe.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Ich bin mir nicht sicher, was schlimmer ist: Sich so zu betrinken oder mit Drogen voll zu pumpen, dass man aus 10 Meter Höhe springt – oder zu springen und dabei völlig nüchtern zu sein…

Jedenfalls würde der Rapper den Verletzten Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen müssen, da jedenfalls kein Besucher damit rechnen muss, dass er von einem Künstler getroffen wird, der aus 10 Meter Höhe aus dem Hallendach fällt. Nach deutschem Recht würde es sich zudem wohl auch um eine sogar vorsätzliche Körperverletzung handeln: Vorsätzlich handelt nämlich auch derjenige, der einen Schadenseintritt billigend in Kauf nimmt. Und wer im (nüchternen) Zustand aus 10 Meter Höhe ins Publikum hüpft, dürfte sich nicht völlig dem Gedanken verschließen, einen Menschen zu verletzen.