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Location gemietet – entspannt zurücklehnen?

Location gemietet – entspannt zurücklehnen?

Von Thomas Waetke 5. September 2017

Der Veranstalter mietet eine Location – und dann höre ich in der Beratung oder in Seminaren oft: Jetzt kann ich mich ja zurücklehnen, der Vermieter kümmert sich ja jetzt um alles.

Das wäre dann doch etwas arg einfach :-)

Tatsächlich muss man unterscheiden: Im Verhältnis zu seinem Gast bzw. Besucher bleibt der Veranstalter grundsätzlich in der Verantwortung. Nur, weil er eine Location mietet oder einen Dienstleister beauftragt, heißt das nicht, dass er nicht mehr verantwortlich wäre für das, was Vermieter oder Dienstleister anstellen.

Dahinter steckt die Idee: Der Gast bzw. Besucher kann nichts dafür, dass der Veranstalter einen ggf. mangelhaft arbeitenden Dienstleister beauftragt oder eine mangelhafte Location gemietet hat. Immerhin hat der Gast mit dem Veranstalter einen Vertrag geschlossen – und aus diesem Vertrag ergibt sich, dass der Veranstalter gewisse Fürsorgepflichten gegenüber seinem Gast hat.

Verursachen Vermieter oder Dienstleister einen Schaden, so kann grundsätzlich auch der Veranstalter dafür haften – aber eben Vermieter oder Dienstleister zusätzlich auch.

Freistellung vereinbaren!

Es macht Sinn für den Veranstalter als Mieter und als Auftraggeber, mit seinem Vermieter und Auftragnehmer eine sog. Freistellung zu vereinbaren: Sollten sie einen Schaden verursachen, für den der Veranstalter vom Geschädigten in Anspruch genommen wird, soll der Schädiger den Veranstalter von eben dieser Inanspruchnahme freistellen.

Typische Fehler

Handelt es sich bei der gemieteten Location um eine Versammlungsstätte im Sinne der Landes-Versammlungsstättenverordnung, so ist oftmals entgegen der Pflicht des § 38 VStättVO der Betreiber bzw. ein Veranstaltungsleiter nicht anwesend.

Der Betreiber der Location vernachlässigt das ständige Freihalten der Rettungswege und Notausgänge: Oftmals stehen Tische davor oder außen Fahrräder usw.

Der Veranstalter glaubt, der Vermieter bezahle ja bereits GEMA-Gebühren, wenn Musik abgespielt wird: Grundsätzlich muss aber der Veranstalter als Verwerter die GEMA anmelden und bezahlen (das ist jetzt ausnahmweise kein Fehler des Vermieters).

Es werden unklare Absprachen getroffen, wer sich um was kümmert: Im Vorfeld sollte man sich unmissverständlich abstimmen, wer was tut oder wer was nicht tut – und wer sich kümmert. Hier können Ihnen ggf. unsere Checklisten helfen.