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aus dem Eventrecht

Verantwortung für Schlägerei bei zwei Konzerten

Von Thomas Waetke 3. Februar 2015

In Augsburg ist es im Rahmen des Brecht-Festivals am Samstag zu einer Schlägerei zwischen Besuchern zweier parallel stattfindenden Konzerte gekommen. Während im Erdgeschoss ein Konzert einer linken Punk-Band stattfand, gab es im Obergeschoss den Vorentscheid für den Wettbewerb „Band des Jahres“. Dort trugen einige Fans ein T-Shirt der Band „Freiwild“, die oft dem rechten Lager zugeordnet wird. Es dauerte nicht allzu lange, da stürmten mehr als 20 vermummte Angreifer aus dem Erdgeschoss in das Obergeschoss, einige Personen wurden leicht verletzt. Ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz.

Den Veranstaltern wurde nun vorgeworfen, das Konfliktpotential übersehen zu haben, obwohl die Punk-Band im Verfassungsschutzbericht als linksextrem eingestuft sei.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Ein Veranstalter sollte natürlich aus vielerlei Gründen nicht nur seine Veranstaltung im Blick haben. So kann eine benachbarte Veranstaltung allein schon für den Verkehr im Umfeld ein Problem werden, ebenso wie gesehen aber auch dann, wenn sich das Publikum ungewollt vermischt – gerade wenn Publikum mit gegensätzlichen Einstellungen eingeladen ist.

Dass allerdings einzelne Besucher eines benachbarten Konzerts ein T-Shirt aus dem Merchandise einer von Kritikern als rechts eingestuften Band tragen, ist zumindest haftungsrechtlich meines Erachtens noch kein Grund, dem Veranstalter eine Verantwortung in die Schuhe zu schieben. Die Anforderungen an einen Veranstalter dürfen auch nicht überspannt werden.