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aus dem Eventrecht
Leitfaden aus Hessen: Alles ist dann doch zu viel

Leitfaden aus Hessen: Alles ist dann doch zu viel

Von Thomas Waetke 21. Februar 2014

Aus Hessen gibt es seit einer Weile den „Leitfaden Sicherheit bei Großveranstaltungen“. Allerdings scheint man es dann doch etwas zu gut gemeint haben, wenn es dort etwa heißt: „Er (der Veranstalter) muss alle möglichen Risiken beachten und alle erdenklichen Schutzmaßnahmen für die Besucher ergreifen.“ Nun, die maßgebliche Instanz zu dieser Frage sitzt nicht in Hessen, sondern in Karlsruhe. Da ist (leider) auch nicht (nur) eventfaq, sondern der Bundesgerichtshof.

Die Definition des Leitfadens für die „Verkehrssicherungspflicht“ des Veranstalters geht zu weit: Nach Auffassung des Leitfadens müssten „alle erdenklichen“ Maßnahmen getroffen werden. Das würde bedeuten, dass der Veranstalter seine Besucher auch vor einem Flugzeugabsturz, einem Erdbeben oder einem Attentat schützen müsse.

Das aber würde nicht nur den Veranstalter schlicht überfordern, sondern wird auch der Besucher nicht erwarten (dürfen): Kein Besucher, der eine Veranstaltung besucht, wird davon ausgehen, dass der Veranstalter einen Schutz vor einem Flugzeugabsturz vorbereitet hätte.

Daher verlangt der Bundesgerichtshof richtigerweise „nur“, dass der Veranstalter das Notwendige und Zumutbare unternehmen muss – damit das nicht falsch verstanden wird: Das ist schon Anforderung genug, und viele Veranstalter sind schon damit überfordert. Dann aber muss ich sagen: Finger weg von der Veranstaltung.

Hier können Sie den Leitfaden herunterladen.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Festivalbesucher am Bühnengraben: © Monkey Business - Fotolia.com