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aus dem Eventrecht

Lange Haftstrafe für Böllerwerfer

Von Thomas Waetke 23. März 2012

Harte Strafe für den Wurf eines Knallkörpers beim Fußballspiel: Ein 24-Jähriger ist vom Landgericht Osnabrück wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und Zahlung von 39.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden.

Der Angeklagte hat bei einem Fußballspiel zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster am 10.09.2011 einen illegal beschafften und heimlich in das Stadion eingeschleuste „Polen-Böller“ auf das Dach des Spielertunnels geworfen. Dort fiel der Knallkörper durch einen Spalt in den Tunnel und verletzte 33 Personen zum Teil schwer. Unter den Verletzten waren neben Polizeibeamten und Sicherheitskräften auch Kinder. Bei der Explosion soll es zu einem Schallpegel von über 150 Dezibel gekommen sein, wodurch die meisten Verletzten ein Knalltrauma erlitten.

An neun Verletzte muss der Angeklagte nun insgesamt 39.000 Euro Schmerzensgeld zahlen (dies war nur der Strafprozess; hinzu kommen ggf. Schadenersatzansprüche, die die Geschädigten nun im Zivilprozess fordern werden).

Der Angeklagte war geständig und hatte um Entschuldigung gebeten. Offenbar stand er bei der Tat unter Alkohol- und Betäubungsmitteleinfluss.

Das Landgericht hob bei seiner Urteilsbegründung hervor, dass man mit dem Strafmaß auch etwaige Nachahmer abschrecken wolle und dass das Urteil daher durchaus auch generalpräventive Wirkung habe.