News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Kuriose Meldung aus Mexiko: Twitter-Meldung löst Panik aus

Von Thomas Waetke 5. September 2011

Eine Twitter-Meldung hat in Mexiko eine Panik ausgelöst. Ein Lehrer twitterte „aus Spaß“, dass ihn gerade eben seine Schwägerin angerufen und ihm mitgeteilt habe, dass ein paar Kinder aus der Schule entführt worden seien.

Daraufhin gab es dutzende Unfälle, mehrere Autofahrer ließen ihre Autos stehen und rannten zur Schule, um dort ihre verdutzen Kinder abzuholen, Notrufleitungen brachen zusammen. Dem twitternden Lehrer drohen nun bis zu 30 Jahre Haft.

Eine ähnlich kuriose Geschichte ereignete sich vor vielen Jahren in einer deutschen Kleinstadt: Dort wurde es vor einer Konzerthalle, in der eine Boyband auftreten sollte, mal etwas eng. Ein übereifriger Polizist orderte vorsorglich, aber leider auch unbedacht, mehrere Rettungswagen zu der Konzerthalle. Ebenfalls übereifrige Rettungssanitäter fuhren im Eiltempo und Martinshorn durch die Stadt zur Halle, Rettungshubschrauber flogen im Tiefflug über die Stadt. Der Trubel blieb nicht unbemerkt: Eltern der Teenies befürchteten das Schlimmste, als sie die Einsatzkräfte zur Halle eilen sahen und hörten. Massenweise besorgte Eltern setzten sich daraufhin aus allen Stadtteilen in Bewegung in Richtung Halle.

Der Effekt: An der Halle wurde es noch ein bisschen voller und hektischer, und der übereifrige Polizist möchte ungern mit Namen zitiert werden.

Ernsthaft: Natürlich sollte man lieber einmal mehr Hilfe holen als einmal zu wenig. Aber man sollte sich vorher Gedanken machen, welche Auswirkungen die Hilfsaktion haben könnte, wenn sie vorzeitig publik wird. Auch diese Überlegung gehört zu einem ausgereiften Sicherheitskonzept dazu.

Übrigens: Der Missbrauch von Notrufen ist strafbar (§ 145 StGB).