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aus dem Eventrecht

Künstlerin wird von Besuchern angegriffen

Von Thomas Waetke 23. August 2010

Tila Tequila, Model und Sängerin aus den USA, wurde auf dem Mitte August stattfindenden Juggalos Festival in Illinois, USA, von Besuchern schwer attackiert und musste von Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht und im Krankenhaus behandelt werden.

Zuvor soll sie nach eigenen Angaben gewarnt worden sein, dass sie Ziel einer Attacke werden würde. Angeblich soll ihr aber vom Veranstalter versichert worden sein, dass es zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen geben würde. Die Sängerin wurde angeblich gebucht, um Schwung in die Show zu bringen. Dass nicht alle Musikfestivals harmonisch verlaufen, berichtete ein Mitarbeiter der Show im Backstagebereich: „Ihr solltet sie nicht dort rauf gehen lassen. Es ist wirklich gefährlich da draußen und sie sind bereit, sie zu bewerfen und ihr weh zu tun.” Der Veranstalter soll die Sängerin dann aber doch zu einem Auftritt gedrängt und gebeten haben, wenigstens einen Song zu performen.

Tipp von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Nicht immer fällt die Abneigung der Besucher gegen einen Künstler derart heftig aus, doch stellt sich öfter einmal die Frage, inwieweit der Veranstalter für die Sicherheit der bei ihm auftretenden Künstler verantwortlich ist.

Auch hier gilt, ähnlich wie beim Schutz der Besucher: Der Veranstalter muss das Erforderliche und Zumutbare tun, um einen Schaden zu verhindern. Dazu gehören je nach Einzelfall Absperrungen vor der Bühne, die Bewachung der Absperrungen, Backstagebewachung, Sicherheitspersonal usw. Mit einem gewissen Risiko muss der Künstler immer leben, jedoch muss der Veranstalter auf Vorwarnungen angemessen reagieren.

Jedoch muss auch der Künstler das Seine dazu beisteuern: Er darf die Besucher bspw. nicht gegen sich aufhetzen und sich dann nachher beschweren, dass er angegriffen wurde.