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aus dem Eventrecht

Künstler stürzt Backstage

Von Thomas Waetke 8. Dezember 2010

Als vergangene Woche ein Musiker die Location nach dem Auftritt über den Hinterausgang verlassen wollte, rutschte er auf einer spiegelglatten Treppe aus und stürzte diese herunter.

Die Treppe war nicht beleuchtet, nicht gestreut und es war wohl nicht erkennbar, dass die Treppe derart glatt war, wie uns ein Leser berichtet. Der Musiker wollte zu seinem Fahrzeug, das auf dem Backstage-Parkplatz abgestellt war. Der Musiker wurde vorsichtshalber in ein Krankenhaus eingeliefert, konnte aber nach einer ersten Untersuchung wieder das Krankenhaus verlassen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke

Das „riecht“ nach einer Verkehrssicherungspflichtverletzung des Betreibers bzw. des Veranstalters: Wenn ein Hinterausgang offiziell angeboten wird, so muss auch dort für Beleuchtung und Sicherheit gesorgt werden; sicherlich nicht in dem Ausmaß wie beim Besuchereingang, aber zumindest sollte der Weg begehbar sein.

Wenn also für den verletzten Musiker nicht erkennbar war, dass die Treppe sehr rutschig ist, und umgekehrt aber für den Betreiber bzw. Veranstalter vorhersehbar war, dass jemand die Treppe herunterstürzen könnte, so wird es wohl zu einer Haftung des Betreibers bzw. Veranstalters kommen.

Denn der Betreiber/Veranstalter muss damit rechnen, dass nach Konzertende die Besucher die Halle über den regulären Besucherausgang verlassen, die Künstler aber über den Backstageausgang. Wenn der Betreiber/Veranstalter auch einen Backstage-Parkplatz anbietet, so muss er umso mehr damit rechnen, dass auch die Türe dorthin genutzt wird. Bei den aktuellen Wetterlagen muss auch damit gerechnet werden, dass es glatt ist. Und zuletzt dürfte es dem Betreiber/Veranstalter auch zumutbar sein, jedenfalls zum Konzertende die Wetterlage zu prüfen und ggf. zu räumen und zu streuen.