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aus dem Eventrecht

Kritik an der GEMA reißt nicht ab

Von Thomas Waetke 11. August 2012

Der Juraprofessor Thomas Hoeren, vormals Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf und bekannt für seine oftmals markigen Worte, hat sich mit der Mafia, sorry, Gema, angelegt.

In einem Interview mit dem Magazin brandeins hat er auf die Frage, warum die GEMA noch heute Anteile aus ihren Einnahmen auch (systemfremd) am Plattenverlage ausschütten würde, gesagt: „Man darf den Einfluss von bestimmten Unternehmen der Unterhaltungsindustrie nicht unterschätzen, und man muss außerdem wissen, dass es damals innerhalb der Gema „mafiöse“ Strukturen gab, die die Gema noch bis heute beherrschen.“ Offenbar hat sich die GEMA das nicht gefallen lassen, jedenfalls hat Herr Hoeren zwischenzeitlich eine Unterlassungserklärung abgegeben, in der er sich verpflichtet, die GEMA nicht mehr mafiös zu nennen.

Hintergrund war die Tatsache, dass die GEMA sich nicht verpflichtet fühlt, das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) für einen italienischenen Zahnarzt, der keine Gebühren an die italienische Verwertungsgesellschaft zahlen muss, auch in Deutschland anzuwenden (siehe unseren Beitrag hier).