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aus dem Eventrecht

Korrekte Preisangaben

Von Thomas Waetke 23. November 2010

Der Veranstalter hat bekanntlich eine Unmenge an Vorschriften zu beachten, hier stellen wir einmal eine der unbekannten Art vor: Die Preisangabenverordnung (kurz: PAngV).

Die PAngV regelt verbindlich, wie Preise anzugeben sind. Sie gilt gegenüber Letztverbrauchern. Wenn Unternehmer miteinander zu tun haben, ist die PAngV nicht anzuwenden. Der Veranstalter aber muss sie im Verhältnis zu seinen Besuchern, die typischerweise Letztverbraucher sind, beachten.

Die PAngV unterscheidet nach den verschiedenen Angeboten (z.B. Kredite, Gaststätten, Warenhandel, Dienstleistungen usw.). Im Eventbereich sind besonders relevant:

 1. Regelung bei „Leistungen“

Wer Leistungen anbietet, hat ein Preisverzeichnis mit den Preisen für seine wesentlichen Leistungen … aufzustellen. Dieses ist im Geschäftslokal oder am sonstigen Ort des Leistungsangebots und, sofern vorhanden, zusätzlich im Schaufenster oder Schaukasten anzubringen. … (siehe § 5 Abs. 1 PAngV).

Dies gilt nicht in zwei Fällen (siehe § 9 Abs. 8 PAngV):

  1. Bei Leistungen, die üblicherweise aufgrund von schriftlichen Angeboten oder schriftlichen Voranschlägen erbracht werden, die auf den Einzelfall abgestellt sind (z.B. Angebote der Agentur an den Auftraggeber);
  2. Bei künstlerischen Leistungen, sofern sie nicht in Konzertsälen, Theatern, Filmtheatern, Schulen, Instituten oder dergleichen erbracht werden (in den meisten Fällen im Eventbereich, z.B. Eintritt, Show) bleibt es also bei der Regelung des § 5 PAngV).

 2. Regelungen in der „Gastronomie“

In Gaststätten und ähnlichen Betrieben, in denen Speisen oder Getränke angeboten werden, sind die Preise in Preisverzeichnissen anzugeben. Die Preisverzeichnisse sind entweder auf Tischen aufzulegen oder jedem Gast vor Entgegennahme von Bestellungen und auf Verlangen bei Abrechnung vorzulegen oder gut lesbar anzubringen (§ 7 Abs. 1 PAngV).

Neben dem Eingang der Gaststätte ist ein Preisverzeichnis anzubringen, aus dem die Preise für die wesentlichen angebotenen Speisen und Getränke ersichtlich sind. Ist der Gaststättenbetrieb Teil eines Handelsbetriebes, so genügt das Anbringen des Preisverzeichnisses am Eingang des Gaststättenteils (siehe § 7 Abs. 2 PAngV).

Dies gilt auch, wenn im Rahmen einer Veranstaltung Speisen oder Getränke zum Kauf angeboten werden!

 3. Konsequenzen

Verstöße gegen die PAngV sind Ordnungswidrigkeiten (siehe § 10 PAngV). Außerdem kann ein Konkurrent den Veranstalter wettbewerbsrechtlich und kostenpflichtig abmahnen.

 Hinweis  Beachten Sie auch, dass zahlreiche Informationen wie Name, Anschrift, USt.-Id.-Nr. usw. bekannt zu geben sind (siehe die Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung, kurz: DL-InfoV und unsere News vom 17.05.2010.