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Konzerttickets: Höhere Preise für Ungeimpfte?

Konzerttickets: Höhere Preise für Ungeimpfte?

Von Thomas Waetke 31. Mai 2021

In Florida (USA) soll Ende Juni ein Punkrockkonzert stattfindet, dessen Ticketpreise zurzeit hohe Wellen schlägt: Denn der Veranstalter verlangt von geimpften Besuchern nur 18 Dollar, hingegen von ungeimpften Besuchern fast 1.000 Dollar. Den 55-fachen Preisanstieg erklärt der Veranstalter so: Aus Sorge vor Ansteckungen durch Ungeimpfte würden manche Besucher keine Tickets kaufen – und diesen „Schaden“ müssten die Ungeimpften mitfinanzieren. Der Veranstalter sagt, er daraufhin habe Drohungen und Hassbotschaften von Impfgegnern erhalten, außerdem wird ihm Diskriminierung vorgeworfen; in Florida gilt ab Juli ein neues Gesetz, das es verbietet, von Kunden eine Impfung zu verlangen.

In Deutschland möglich?

Wäre in Deutschland es erlaubt, von Ungeimpften einen höheren Eintrittspreis zu verlangen?

Ja, jedenfalls für nicht-staatliche Unternehmen aus der Privatwirtschaft; ein solcher Veranstalter könnte bspw. auch eine Impfung zur Bedingung für den Einlass zu seiner Veranstaltung machen. Einen Diskriminierungsgrund sehe ich nicht, da nur diskriminiert werden kann, der wegen

  • der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft,
  • des Geschlechts,
  • der Religion oder Weltanschauung,
  • einer Behinderung,
  • des Alters oder
  • der sexuellen Identität

benachteiligt würde (siehe § 1 AGG).

D.h. eine Nicht-Impfung kann also ein Grund sein, einen Einlass zu verweigern oder höhere Preise zu verlangen.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Thomas Waetke_1: © Sebastian Heck
  • Covid-19 corona virus fight concept. The doctor is ready to vaccinate against coronavirus, holds a syringe and vaccine in his hands.: © tolberto / 123RF Standard-Bild