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117/18 Kontaktformulare in der DSGVO

117/18 Kontaktformulare in der DSGVO

Von Thomas Waetke 7. Mai 2018

Auf vielen Webseiten werden Kontaktformulare eingesetzt, um dem potentiellen Kunden die Kontaktaufnahme zu erleichtern.

Und genauso viele Webseitenbetreiber kämpfen mit der Umsetzung der DSGVO.

Wenn der Webseitenbesucher im Kontaktformular Daten einträgt und das Formular abschickt, erfolgt eine Datenerhebung. Spätestens hier muss der Webseitenbetreiber die nach Art. 13 DSGVO erforderlichen Informationen mitteilen.

Dabei muss er auch u.a. festlegen,

  • zu welchem Zweck er diese Daten aus dem Formular erhebt, und
  • auf welcher Rechtsgrundlage das geschieht.

Der Zweck ist noch einfach: Die Bearbeitung des Anliegens. Das gilt aber natürlich nur, wenn der Webseitenbetreiber diese Daten nicht noch bspw. dafür erhebt, um dem Anfragenden gleich noch einen Newsletter zu schicken.

Einwilligung oder berechtigtes Interesse?

Die Rechtsgrundlage wird schon etwas anspruchsvoller: Hier sollte man nicht den vermeintlich bequemen Weg der Einwilligung gehen, da diese u.a. unter dem Minderjährigenvorbehalt steht. Das bedeutet, dass man bei Unter-16-Jährigen geeignete Maßnahmen treffen muss, um sicherzustellen, dass die Eltern die Einwilligung erklären.

Einfacher ist hier, sich auf die Rechtsgrundlage des Berechtigten Interesses zu stützen (Art. 6 Absatz 1 Buchstabe f DSGVO). Das geht m.E. aber dann nicht, wenn über die Bearbeitung des Anliegens hinaus die Mailadresse oder Postanschrift des Anfragenden dazu verwendet werden soll, ihn in den Newsletterverteiler einzutragen! Hier sollte man sich eine separate Einwilligung beschaffen: Denn nicht jeder Anfragende (auch abhängig vom Anliegen) wird vernünftigerweise erwarten, dass er nach seiner Kontaktaufnahme mit einem Werbe-Newsletter beglückt würde – im Rahmen eines Vertragsverhältnisses ist das schon eher der Fall, aber nicht bei jeder Anfrage. Hier kommt es dann u.a. auch darauf an, wofür das Kontaktformular eingesetzt wird.

Empfehlung Nr1: Prüfen Sie sorgfältig die passende Rechtsgrundlage, wenn Sie die Daten auch für einen Newsletter verwenden wollen!

Empfehlung Nr 2: Wie schon dargestellt, müssen Sie bei der Erhebung die Informationen zum Datenschutz mitteilen. Achten Sie aber darauf, dass Sie dann hier nicht den Eindruck erwecken, der Anfragende müsse eine Einwilligung erteilen.

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