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aus dem Eventrecht

Kolumne: Das Sicherheitskonzept – Teil 1

Von Thomas Waetke 26. September 2011

Ein Sicherheitskonzept muss umfassend sein; es reicht nicht aus, nur ein Rettungswegschild aufzuhängen. In dieser Kolumne wollen wir uns eingehender mit dem „Sicherheitskonzept“ beschäftigen.

Was gehört alles in ein Sicherheitskonzept, und wer erstellt es?

Um diese Frage  beantworten zu können, nähern uns wir uns zunächst einmal mit einem leicht philosophisch Ansatz:

  1. Das Sicherheitskonzept sollte einerseits aktiv bzw. präventiv gestaltet sein, also agieren.
  2. Parallel sollte es aber auch passiv bzw. repressiv funktionieren, d.h. auf Probleme reagieren können.

Beide Möglichkeiten müssen eineinander greifen und dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Schauen wir uns den „aktiven“ Part des Konzeptes an:

Von Anfang an sind aufeinander abzustimmen:

  • Die Art der Veranstaltung,
  • das Zielpublikum, sowie
  • die Veranstaltungsstätte (inklusive des Umfeldes).

Würde der Veranstalter bspw. eine für seine geplante Veranstaltung ungeeignete Veranstaltungsstätte auswählen, kann das Sicherheitskonzept bestenfalls nur noch reagieren.

Zu diesen drei grundlegenden Rahmenbedingungen müssen außerdem passen (und  nicht im Nachhinein passend gemacht werden):

  • Werbemaßnahmen, die geeignet sein müssen (Umfang, Reichweite usw.);
  • die Dienstleister, die geeignet, erfahren und kompetent sind und die das Thema auch ernst nehmen;
  • Vorbereitungszeit, die ausreichend ist;
  • die Jahreszeit (im Winter sind andere Maßnahmen zu treffen als im Sommer);
  • Affinität der Verantwortlichen zum Thema Sicherheit;
  • Bereitschaft zu Investitionen
  • Die verantwortlichen Planer müssen sicherheitsrelevante Themen kennen und deren Umgang beherrschen (z.B. Gesetzeskenntnis, praktische Kenntnisse usw.).

Derjenige, der im Vorfeld das Veranstaltungskonzept erstellt, muss also bereits in dieser frühen Phase die Thematik Sicherheit einbinden und berücksichtigen – im Idealfall greifen alle Bestandteile ineinander.

Dies bedingt aber, dass der Planer auch in der Lage ist, das Thema zu erfassen und umzusetzen. Werden hier Fehler gemacht bzw. Probleme übersehen, kann es sein, dass ein später aufgesetztes Sicherheitskonzept diese Probleme nicht mehr ausreichend kompensieren kann; oder es steigen die Kosten des Sicherheitsbereichs.

Es wäre fatal zu glauben, dass nur „Großveranstaltungen“ ein Sicherheitskonzept bedürfen; klar, je größer der Event, desto umfangreicher das Konzept. Aber auch bei kleinen Veranstaltungen sollten die oben genannten Punkte zusammenpassen und ein Mindestmaß an Konzept bestehen (z.B. wer ruft im Falle des Falles die Feuerwehr?). Die Geschichte beweist leider immer wieder, dass auch kleine, scheinbar harmlose Veranstaltungen in einer Katastrophe mit vielen Todesopfern enden können.

… wird fortgesetzt!