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aus dem Eventrecht

Köln: Hotel wird von Polizei geschützt

Von Thomas Waetke 31. März 2012

Während im Maritim-Hotel in Köln am Samstag Abend das Gala-Dinner-Boxen zwischen Manuel Charr und Taras Bydenko stattfand, versammelten sich vor dem Hotel mehrere Dutzend Rocker, die es offenbar auf ein paar Rocker abgesehen hatten, die im Hotel auf der Gala mitfeierten.

Die Hotel-Security wies die warteten Rocker ab, die alarmierte Polizei riegelte mit 150 Kräften das Hotel komplett ab. In Mülleimern um das Hotel fand die Polizei mehrere Waffen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Ein Beispiel dafür, dass eine gefährliche Situation auch von außen kommen kann – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Veranstalter bzw. Betreiber sollte auch solche Aspekte in sein Sicherheitskonzept aufnehmen. Indizien für Gefahren können dabei bspw. sein:

  • Die Lage der Location,
  • der Zeitpunkt der Veranstaltung (am selben Tag gibt es eine große Demonstration in der Nähe)
  • Besucher aus entsprechendem „Milieu“, gewaltbereite Besucher mit entsprechender Konkurrenz

Ein Problem: Gerade über das Internet kann sich schnell ein Mob zusammenrotten, zuletzt geschehen vor wenigen Tagen in Emden, als sich 50 Personen nach einem Aufruf über Facebook vor dem Polizeiposten zusammenrotteten und den Tatverdächtigen lynchen wollten.

Wie berichtet (hier), hat in Stockholm der Veranstalter eines Konzerts mit einem Skandal-Musiker wenige Minuten vor Beginn abgesagt, auch angesichts massiver Aufrufe im Internet zu Demonstrationen vor der Konzertlocation.

Hier eine Auswahl von Veranstaltungen, bei denen in den letzten Jahren Besucher von außenstehenden Krawallos angegriffen wurden:

  • 5 Verletzte in Sangerhausen / Deutschland, 2011:

Mehrere Jugendliche greifen ein Benefizkonzert an, es kommt zu einer Schlägerei mit bis zu 40 Beteiligten.

  • 1 Tote und 11 Verletzte in Miass, Russland, 2010:

Etwa 40 offenbar rechtsradikale Jugendlich dringen bewaffnet in das Gelände eines Rock-Festivals ein, auf dem sich zu dieser Zeit etwa 3.000 Besucher befinden.

  • 1 Toter und 7 Verletzte in Hoek van Holland / Niederlande, 2009:

Hooligans greifen eine Strandparty mit 20.000 Besuchern an.

  • 2 Verletzte in Bebra / Deutschland, 2009:

Alkoholisierte Jugendliche stürmen eine Diskothek und verletzen Besucher mit einem Samurai-Schwert und Baseballschlägern.

  • 15 Verletzte in Bad Sooden-Allendorf / Deutschland, 2008:

Bei einem Volksfest stürmen 4 bewaffnete und mit Brustpanzern geschützte Täter ein Festzelt und prügeln scheinbar wahllos mit Baseball-Schlägern auf Besucher ein.

  • 3 Verletzte in Pforzheim / Deutschland, 2008:

Bei einem Konzert „Laut gegen Nazis“ greifen 15 Neonazis den Jugendclub an, können aber von Security am Eindringen gehindert werden.

  • 23 Verletzte in Athen / Griechenland, 2007:

Beim Auftritt der britischen DJ´s Underworld stürmen 30 Anarchisten bewaffnet mit Baseball-Schlägern und CS-Gas das VIP-Zelt des Ejekt Festival; auch einer der Künstler wird verletzt. Der gerade stattfindende Auftritt der Beastie Boys wird abgebrochen, das Stadion evakuiert.