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aus dem Eventrecht

Klausentreiben: Frau verprügelt?

Von Thomas Waetke 9. Dezember 2014

Am Freitagabend wurde eine Mutter in Sonthofen (Bayern) von zwei als Klausen verkleideten Personen verletzt: beim traditionellen Klausentreiben waren ca. 200 Mitglieder eines Vereins verkleidet unterwegs. Zur Tradition gehört es dann auch, dass die Klausen mit ihren Ruten zuschlagen. Die Mutter soll vor den Augen ihrer Kinder aber wohl mehrere Minuten geschlagen worden sein, im Krankenhaus wurden erhebliche Prellungen und Blutergüsse festgestellt. Der Vorsitzende des Vereins sagte zwar, dass so etwas nicht passieren sollte, aber auch: „Wer als Zuschauer zum Klausentreiben geht, muss wissen, dass er eine draufbekommen kann. Wer das nicht will, muss wegbleiben.“

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke

Natürlich rechtfertigt eine Tradition keine Körperverletzung. Außerdem muss auch bedacht werden, dass nicht jeder, der bei einem Spektaktel zuschaut, auch über die Orts- und Traditionskenntnisse verfügt. Ich wusste bis heute nicht einmal, was Klauseln sind. Allgemein ist es daher schon nicht ohne Risiko, dass einem Besucher gewisse Kenntnisse unterstellt werden: Nicht jeder Besucher verfügt über diese Kenntnisse. Daher würde ein Veranstalter rechtlich sicherer sein können, wenn er die Besucher zuvor informiert – und zusätzlich seine Klausen dazu anhält, sowohl nicht zu fest zuzuschlagen, als auch zuvor versuchen sicherzustellen, ob der auserwählte Besucher erkennt, dass es sich um einen Spaß handeln soll.