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Keine uferlose Haftung des Vermieters für Verletzungen des Mieters

Keine uferlose Haftung des Vermieters für Verletzungen des Mieters

Von Thomas Waetke 14. September 2018

Wann eine Person “haftet”, kann sich aus einem Vertrag oder aus dem Gesetz ergeben. In jedem Fall aber müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, bevor der Geschädigte einen Schadenersatzanspruch gegen den Schädiger hat. Nur, weil ein Schaden eingetreten ist, heißt das noch lange nicht, dass es einen Schadenersatzanspruch gibt.

Ein Beispiel:

Der Veranstalter mietet eine Location. Der Vermieter kennt seit einer Weile einen Schaden an einem Rolladen, den man vor der Garderobe herunterlassen kann, der Schaden wird aber nicht repariert. Beim Aufbau der Veranstaltung geht der Mieter an der Garderobe vorbei, in diesem Moment knallt der hochgezogene Rolladen herunter (eben weil er oben nicht mehr fest fixiert werden konnte). Der Mieter erschreckt sich, stolpert und verletzt sich.

Muss der Vermieter den Schaden bezahlen?

Juristisch gibt es da eine hohe Hürde: Zwischen der (vermeintlichen) Rechtsverletzung des Vermieters (Rolladen nicht repariert) und dem Schaden muss ein adäquater Zurechnungszusammenhang bestehen. Gerichte haben eben diesen in solchen Fällen bereits verneint: Die Verletzung war ja nicht unmittelbar durch den herabfallenden Rolladen eingetreten, sondern durch die Schreckreaktion.

Laute Geräusche aber gehören zum Alltag, und ein Erschrecken als Reaktion darauf ist grundsätzlich dem Risikobereich des betroffenen Menschen zuzurechnen. Der Schaden ist dann nicht mehr adäquat verbunden mit dem defekten Rolladen. Dies wäre aber dann anders, wenn der Mieter bspw. direkt unter dem Rolladen gestanden hätte und dann getroffen worden wäre.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Liegender Richter-Hammer aus Gerichtssaal: © Natalia Merzlyakova - Fotolia.com