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aus dem Eventrecht

Kein Schmerzensgeld im Stadion

Von Thomas Waetke 9. März 2011

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat die Klage eines Zuschauers zurückgewiesen, der bei einem Fußballspiel durch das Zünden eines Böllers einen Hörschaden davon getragen hatte.

Der Zuschauer hatte auf Schadenersatz und Schmerzensgeld geklagt, da er der Auffassung war, dass der Veranstalter seinen Verkehrssicherungspflichten nicht ausreichend nachgekommen sei.

Das OLG sah dies anders: Zum damaligen Zeitpunkt habe der Veranstalter die Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die seinerzeit üblich waren. So wurden bspw. die Zuschauer an den Eingängen durchsucht. Der Einsatz von Detektoren war seinerzeit noch nicht üblich und das Sicherheitskonzept entsprach dem nationalen und internationalen Standard.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Maßgeblich war hier die Frage, ob dem Veranstalter Fahrlässigkeit vorgeworfen werden konnte. Zum Schutz der Besucher ist nicht erforderlich, dass der Veranstalter „alles“ unternimmt, um Schaden abzuwenden – dies ist ja auch unmöglich. Vielmehr muss er „nur“ das Erforderliche und Zumutbare tun. Umgekehrt darf der Veranstalter dabei von einem durchschnittlich aufmerksamen und vernünftigen Besucher ausgehen. Wer zu einem Fußballspiel geht, weiß, dass es dort tendenziell gefährlicher ist als bei einem Nachmittags-Tee im Altersheim.

Je größer die Gefahrenlage und je unbeherrschbarer sie für den einzelnen Besucher ist und je weniger zumutbare Ausweichmöglichkeiten der Besucher hat, desto mehr muss der Veranstalter tun.