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aus dem Eventrecht

Kaugummis und Urheberrecht

Von Thomas Waetke 8. September 2010

Mit mehreren angebissenen Kaugummis musste sich jüngst die Urheberkammer des Landgerichts Düsseldorf auseinandersetzen. Das Ergebnis: Das Anbeißen eines Kaugummis ist kein eigenständiger Schöpfungsakt, der zum Urheberrechtsschutz des nunmehr angebissenen Kaugummis führen würde.

Die Klägerin hatte in dutzende Kaugummis gebissen und diese dann in einer Collage auf schwarzem Hintergrund zusammengestellt. Sie habe dabei nach Vorlagen und im Auftrag eines Künstlers gearbeitet. Die Klägerin meinte, dass sie von dessen Anweisungen (= Kauen) aber so weit abgewichen sei (= Anbeißen), dass sie dadurch Urheberin sei. Das hat das Gericht aber verneint.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Was sich zunächst als ähnlich seltsam wie die chinesische Kino-Klage (hier lesen) anhört, hat aber doch einen interessanten und wichtigen Hintergrund.

Die Zusammenstellung von Kaugummis, teilweise zerkaut und unzerkaut (bzw. angebissen und nicht angebissen) auf schwarzem Hintergrund in regelmäßiger Abfolge ist für sich gesehen durchaus schöpferisch und kann urheberrechtlich geschützt sein.

Im oben genannten Prozess ging es aber darum, dass die Klägerin nunmehr behauptet, sie sei Urheberin – und nicht der Künstler, der die Idee hatte und ihr Anweisungen zur Umsetzung gegeben hat.

Urheber ist derjenige, der selbst schöpferisch tätig ist. Wer allerdings nur Anweisungen des kreativen Schöpfers befolgt, ist nicht selbst Urheber. Das Landgericht Düsseldorf hat nun entschieden, dass die Klägerin selbst eben nur solche Anweisungen befolgt hat und dass der Umstand, dass sie anstelle zu kauen nur abgebissen habe, kein schöpferischer Akt ist, durch den sie zur Urheberin aufsteigen würde.

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