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Karneval 2020/2021: NRW einigt sich mit Karneval-Hochburgen

Karneval 2020/2021: NRW einigt sich mit Karneval-Hochburgen

Von Thomas Waetke 23. September 2020

Vertreter der Karnevalshochburgen Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf haben sich mit Vertretern der Landesregierung NRW geeinigt.

Aus Sorge vor einem starken Anstieg der Corona-Fallzahlen während der Karnevalsveranstaltungen hatten selbst die Vertreter der Karnevalisten  gefordert, dass es auf öffentlichen Plätzen und in Sälen diesmal gar keine Veranstaltungen geben werde. Außerdem forderten sie ein Alkohol- und Verweilverbot in den Innenstädten.

Der Hintergrund: Man hat Sorge, ein Infektionsgeschehen auf den Veranstaltungen nicht in den Griff zu bekommen bzw. vermeiden zu können. Ein Imageverlust, der durch ein Superspreader-Event entstehen könnte, sei schlimmer als starke Einschränkungen in hoffentlich nur einer Karnevalssession.

Nach dem Treffen wurde klar: „Für den Karneval gelten keine Sonderregelungen“, so die Landesregierung. Es würden dieselben Corona-Maßnahmen greifen wie auch jetzt schon für Veranstaltungen – das betreffe Rosenmontagszüge genauso wie Sessionseröffnungen oder Prunk- und Kostümsitzungen. Dies alles werde nicht wie gewohnt stattfinden dürfen.

Die Punkte der Einigung

  • Karnevalsbälle, Partyformate und gesellige Karnevalssitzungen ohne Beachtung des Abstandgebotes können nicht stattfinden. Die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen untersagt in ihrer aktuellen Fassung Veranstaltungen, die nicht die strengen Vorgaben des Infektionsschutzes erfüllen und lässt gesellige Veranstaltungen nur aus herausragendem Anlass (z.B. Hochzeiten oder Beerdigungen) mit einer festen Personenobergrenze zu. Eine Veränderung dieser Regelungen wird es voraussichtlich bis Ende Februar nicht geben können.
  • Dafür treten an die Stelle der bekannten Formate – insbesondere kleinere – karnevalistische Kulturveranstaltungen, wie etwa Konzerte, die den auch allgemein geltenden Vorgaben der Coronaschutzverordnung sowie den gebilligten Hygienekonzepten entsprechen. Dazu zählen auch Besuchstermine der Tollitäten bei Veranstaltungen oder Einrichtungen.
  • Karnevalsumzüge, die in ihrer üblichen Ausgestaltung unter das geltende Verbot von Straßenfesten feiern, werden nicht möglich sein. Andere Veranstaltungen in der Session unter freiem Himmel müssen Einhaltung der Vorgaben der Coronaschutzverordnung konzipiert sein und werden sich dadurch in ihren Grundzügen von den Veranstaltungen der letzten Sessionen unterscheiden.
  • Die Landesregierung empfiehlt, dass die kommunalen Ordnungsbehörden am 11.11.2020 ein Alkohol- sowie gegebenenfalls ein Verweilverbot an neuralgischen Stellen im öffentlichen Raum aussprechen. Die Kommunalen Spitzenverbände unterstützen diese Empfehlung.
  • Die Landesregierung wird bestehende Förderprogramme des Landes verlängern und gegebenenfalls anpassen, um die karnevalistische Kulturszene für die Zukunft erhalten zu können. So soll Vereinen, die durch die Corona-Pandemie in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind, effektiv geholfen werden.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Menschen beim Karnevalsumzug: © KarlGroße - Fotolia.com