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aus dem Eventrecht

Journalisten: Coldplay soll boykottiert werden

Von Thomas Waetke 18. September 2012

Ähnlich wie vor wenigen Tagen bereits der Landesverband NRW, rief nun auch der Deutsche Journalisten-Verband zum Boykott eines Konzerts auf, dies mal der Band Coldplay.

Für das noch bevorstehende Konzert am 22.09.2012 in München ruft der Verband dazu auf, nicht über das Konzert zu berichten. Grund dafür seien die Akkreditierungsbestimmungen, bei denen die Fotografen bspw. ihre Bilder nur in einem Medium veröffentlichen dürften, und dieses vorher angeben müssten. Außerdem sollten sie ihre Bilder dem Management zur freien Verfügung stellen.

Lesen Sie dazu unseren Beitrag Medienboykott von Konzerten, der sich ausführlich mit der Rechtslage auseinandersetzt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Aus Sicht der Fotografen und Journalisten ist solch ein Gehabe natürlich ein Unding. Zwar darf der Veranstalter kraft seines Hausrechts (siehe den vorgenannten Beitrag) durchaus bestimmen, wer unter welchen Bedingungen in sein Haus kommt.

Es wäre aber einmal interessant, was passieren würde, wenn es ein Fotograf darauf ankommen ließe:

  • Der Urheber (= also der Fotograf) hat stets ein gesetzliches Recht auf angemessene Vergütung (§ 32 UrhG). Von diesem gesetzlichen Grundsatz darf nicht per Vertrag abgewichen werden (§ 32 Abs. 3 UrhG) – wenn doch, dann wäre diese vertragliche Regelung unwirksam. Damit soll der Urheber davor geschützt werden, von einem übermächtigen Vertragspartner über den Tisch gezogen zu werden. Das Management mag also vielleicht die Rechte erworben haben, es müsste dafür aber zahlen.
  • Zu überlegen wäre auch, ob solcherlei Bedingungen nicht sogar schon sittenwidrig wären. Dies hängt aber u.a. vom genauen Wortlaut der Akkreditierungsbestimmungen ab.