News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Istanbul-Marathon: Bitte nicht zu schnell laufen

Von Thomas Waetke 17. November 2013

Beim Istanbul-Marathon müssen die Läufer auf der Bosporus-Brücke langsam gehen, statt rennen. 2011 hatte man festgestellt, dass die Brücke in Schwingung geriet. Man wolle selbst das „eine Tausendstel einer Wahrscheinlichkeit“ vermeiden, das starke Schwingungen zum Einsturz führen könnten, so der türkische Verkehrsminister.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Auch wenn man darüber diskutieren kann, ob denn überhaupt die Geschwindigkeit der Personen, sondern nicht eher der gleiche Rhythmus maßgebend ist, der aber auch beim Gehen entstehen kann (daher sollte keine Militärparade mit marschierenden Soldaten über eine Brücke stattfinden), so ist es jedenfalls richtig, wenn sich der Veranstalter bzw. die Verantwortlichen Gedanken dazu machen, Unfälle zu vermeiden: Sie müssen tun, was notwendig und zumutbar ist.

Allerdings muss dabei auch geprüft werden, dass die geeigneten Maßnahmen getroffen werden. Erst dann, wenn mit geeigneten Maßnahmen alles Notwendige und Zumutbare getan wurde, hat der Verantwortliche seine Verkehrssicherungspflichten erfüllt. Kommt nun doch noch ein Besucher zu Schaden, ist das im Regelfall dessen eigenes Lebensrisiko.

Der Haken: Was erforderlich, zumutbar und geeignet ist, ist immer eine Einzelfallfrage. Zur Orientierung können herangezogen werden:

  • Gesetze, Verordnungen
  • DIN-Normen, Unfallverhütungsvorschriften
  • Branchenbrauch
  • Gerichtsurteile für ähnliche Fälle