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Ist Bekleidung von Orchesterspieler typische Berufskleidung?

Ist Bekleidung von Orchesterspieler typische Berufskleidung?

Von Thomas Waetke 16. August 2016

Schreibt der Arbeitgeber bestimmte Kleidung vor, stellt diese aber nicht zur Verfügung, muss der Arbeitnehmer diese Kleidung selbst kaufen. Dann stellt sich die Frage, ob der Arbeitnehmer diese Kosten zumindest als Werbungskosten (siehe § 9 EStG) in seiner Einkommensteuererklärung abziehen darf.

Ein bei einem Orchester festangestellter Musiker ist vertraglich verpflichtet, bei Konzerten eine Schwarze Hose und ein schwarzes Sakko zu tragen. Dafür zahlt der Arbeitgeber ein lohnsteuerpflichtiges Kleidergeld.

Der Musiker machte nun die Kosten der Anschaffung von Sakko und Hose als Werbungskosten in seiner Einkommensteuererklärung geltend, das Finanzamt wollte diese Kosten aber nicht als abzugsfähige Werbungskosten anerkennen.

So entschied nun auch das Finanzgericht Münster: Bei einer schwarzen Hose und einem schwarzen Sakko handele es sich um „bürgerliche Kleidung“, und nicht um eine typische Berufskleidung. Im Gegensatz zu einem Leichenbestatter oder einem Oberkellner, deren schwarze Anzüge typische Berufskleidung darstellten, diene die Kleidung des Klägers allein dem festlichen Erscheinungsbild des gesamten Orchesters. Sie solle nicht seine herausgehobene Position unterstreichen und könne auch zu privaten festlichen Anlässen getragen werden, so das Gericht. Und da der Arbeitgeber die private Nutzung nicht verboten habe, führe auch nicht die Zahlung des Kleidergeldes dazu, dass man eine typische Berufskleidung bejahen könne.

Daher können die Kosten der Anschaffung der Kleidung nicht als Werbungskosten abgesetzt werden.

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