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aus dem Eventrecht

„Ich bin ein Mensch, kein Mann!“

Von Thomas Waetke 31. Oktober 2012

… behauptet ein Pilot der Lufthansa und wehrt sich damit gegen die betrieblich auferlegte Pflicht, eine Pilotenmütze in öffentlich zugänglichen Bereichen eines Flughafens zu tragen.

Der Pilot wehrt sich gegen die Betriebsanweisung, dass Piloten eine Mütze zu tragen hätten, Pilotinnen hingegen müssten die Mütze nicht tragen. Diese Unterscheidung würde ihn als Mann diskriminieren, er wolle aber als „Mensch“ gesehen werden.

Das Landesarbeitsgericht Köln befand in seinem Urteil die Mütze aber für so außerordentlich hübsch, dass Herr Pilot sie tragen muss: Der Arbeitgeber sei durchaus berechtigt, Unterschiede bei der Berufskleidung zwischen Männern und Frauen zu machen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Das Tragen von Dienstkleidung ist häufig ein Zankapfel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Übrigens kann man sich auch trefflich über die Größe des Garderobenspindes streiten: So hatte ein Polizeibeamter seinen Arbeitgeber auf einen größeren Spind verklagt, das Landesarbeitsgericht Hessen urteilte, der Spind sei groß genug, manche Sachen könne man ja auch außerhalb des Spindes aufhängen. Es gibt praktisch nichts, woüber man sich nicht streiten könnte.

Relevant wird das Thema auch in der Veranstaltungsbranche für die Frage, ob die Umkleide-Zeiten auch Arbeitszeit sind.

Wenn der Arbeitnehmer auffällige Dienstkleidung tragen muss, dass er sie nicht bereits auf dem Arbeitsweg tragen kann, dann ist die Umkleidezeit grundsätzlich Arbeitszeit.

Ein Glück also für alle, die als überdimensionales Maskottchen arbeiten: Sie müssen nicht im blass-blau gestreiften Elefantenkostüm mit der Straßenbahn zur Arbeit, sondern können sich vor Ort umkleiden.

By the way: Wenn Freie Mitarbeiter uniforme Dienstkleidung tragen sollen, muss der Auftraggegber aufpassen: Die Uniform, die auch die eigenen Arbeitnehmer tragen, kann ein Indiz für Scheinselbständigkeit sein.