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aus dem Eventrecht

Holländisches Orange verboten?

Von Thomas Waetke 15. Juni 2010

Bei der Fußball-WM in Südafrika sollen mehrere weibliche holländische Fußballfans festgenommen und vernommen worden sein, da diese orangene Miniröcke getragen hätten, die von einer holländische Brauerei gesponsert worden sein sollen. Die FIFA hat zwar erklärt, dass es keine Festnahmen gegeben habe, jedoch würden Verstöße gegen das Regelwerk geahndet, um die wahren WM-Sponsoren zu schützen. Die Brauerei hält sich für unschuldig, da es keinen Aufdruck auf den Kleidungsstücken gebe.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Die Story als wahr unterstellt (immerhin kursieren Fotos von den Rockträgerinnen im Internet), handelt es sich hier ggf. um einen Fall des so genannten Ambush Marketings: Unternehmen, die mit der WM an sich nichts zu tun haben, nutzen die WM und deren Publikumswirkung aus, um selbst Werbung zu machen. Es gab früher schon Fälle, in denen ein Ambusher bzw. solch ein Fremdsponsor angebliche Zuschauer in die Stadien geschickt hat, die dann fernsehwirksam große Banner in die Kamera gehalten haben – eben für ein Unternehmen, das selbst kein WM-Sponsor ist, sondern nur den Hype der WM ausnutzt.

Grundsätzlich ist zumindest in Deutschland das Ambush Marketing nicht verboten. Der Ambusher muss sich allerdings halten u.a. an …

  • das Wettbewerbsrecht, d.h. er darf sich nicht als angeblicher Sponsor des Events präsentieren.
  • das Hausrecht des Veranstalters, der solche Maßnahmen verbieten darf.