News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Hochzeit wird teuer: Bräutigam wegen Himmelslaternen-Aufstieg verurteilt

Hochzeit wird teuer: Bräutigam wegen Himmelslaternen-Aufstieg verurteilt

Von Thomas Waetke 29. Juli 2015

2009 fand in Dieburg (Hessen) eine Hochzeitsfeier statt, die den Bräutigam nun teuer zu stehen kommt: Er wurde vom Oberlandesgericht Frankfurt zum Schadenersatz von 300.000 Euro verurteilt, da in der Nachbarschaft zwei Häuser abgebrannt waren: Auslöser waren 20 Himmelslaternen, die die Hochzeitsgesellschaft hatte aufsteigen lassen (2009 gab es noch kein Verbot).

Der Bräutigam wurde verurteilt, da er es als Mitveranstalter der Hochzeit unterlassen hatte, das Aufsteigenlassen der Himmelslaternen zu unterbinden. Verurteilt wurde ebenso die Mutter der Braut, da diese die Himmelslaternen beschafft und zur Feier mitgebracht hatte.

Beide wurden noch vorher vom Ordnungsamt, bei dem sie sich erkundigt hatten, vor der Gefährlichkeit gewarnt.

Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte sie nun zum Schadenersatz auf 300.000 Euro. Geklagt hatte die Versicherung, die die beiden abgebrannten Gebäude bezahlt und daraufhin gegen den Bräutigam und die Mutter der Braut auf Schadenersatz geklagt hatte.

Zwischenzeitlich ist das Steigenlassen solcher Himmelslaternen verboten, in Hessen ist dies in der „Gefahrenabwehrverordnung gegen das Aufsteigenlassen von ballonartigen Leuchtkörpern“ (kurz: BallonLGefAbwV) geregelt.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Liegender Richter-Hammer aus Gerichtssaal: © Natalia Merzlyakova - Fotolia.com