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Heute ist der Tag gegen Lärm

Heute ist der Tag gegen Lärm

by 24. April 2019

Heute ist der „Tag gegen Lärm“, der seit 1998 auf die Gefahren durch Lärm aufmerksam machen will. Bei einer Untersuchung der WHO wurde Lärm nach der Luftverschmutzung als zweitgrößter die Krankheitslast vergrößernder Umweltfaktor eingestuft.

Im Veranstaltungsbereich fällt einem bei „Lärm“ gleich laute Musik bei Konzerten ein. Aber es muss nicht nur laute Musik sein, die Lärm verursacht und zu Schädigungen führen kann. Auch Aufbauarbeiten, Abbauarbeiten, Zuschauerlärm, Knalleffekte, Maschinen usw. verursachen Lärm und können die Gesundheit der Betroffenen gefährden: Mitarbeiter, Besucher und Anwohner. Lärmschutz spielt eine wichtige Rolle, je größer die Veranstaltung wird.

Die Hauptregel: Zuerst geht es um die Bekämpfung von Lärm an der Quelle. Erst dann, wenn Lärm nicht vermeidbar ist, kommt man zur Frage, wie man sich dagegen schützen kann. Das kann man fast etwas vergleichen mit der Medizin: Wer man krank ist, bekämpft die westliche Medizin oftmals nur die Folge, und nicht eigentliche die Ursache.

Im Arbeitsschutz generell, so auch beim Lärmschutz, ist aber zunächst an der Ursache zu arbeiten, bevor es an die Folgen geht.

Beispiel:

Bei einem Musikkonzert kann man schwerlich die Ursache bekämpfen, abgesehen davon, dass man die Musik einfach etwas leiser macht. Dann aber sind gegen den verbleibenden Lärm geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen (z.B. Gehörschutz, Ruhepausen usw.).

In Deutschland gibt es umfangreiche Regelwerke zum Schutz vor/gegen Lärm:

1. Arbeitsschutz

Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so eingerichtet und betrieben werden, dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden (§ 3a Absatz 1 ArbStättVO).

Das grundlegende Regelwerk bildet die Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung.

Sie wird ergänzt u.a. durch

2. Anwohnerschutz

Über allem steht das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG).

a. Freizeitlärm

Freizeitlärm entsteht durch die Ausübung von Aktivitäten in der Freizeit.

Der Schutz vor Lärm von Sportanlagen wird durch die 18. Durchführungsverordnung des BImSchG = Sportanlagenlärmschutzverordnung geregelt. Sie enthält neben Immissionsrichtwerten auch das Ermittlungs- und Beurteilungsverfahren. Lärm von Freizeitanlagen, die nicht unter diese Verordnung fallen, wird nach der Freizeitlärmrichtlinie des jeweiligen Bundeslandes beurteilt.

b. Gewerbelärm

Von Gewerbelärm spricht man, wenn der Lärm von gewerblich genutzten Anlagen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ausgeht, z.B. Lärm aus Gaststätten oder Diskotheken, die gewerblich betrieben werden, aber auch der dazugehörige Verkehrslärm auf dem Betriebsgelände (z.B. durch Besucher, die vor dem Betrieb rauchen, abfahrende Autos usw.).

Dieser Lärm fällt in den Geltungsbereich des Gaststättengesetzes und der 6. Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum BImSchG = TA Lärm.

Außerdem regeln die Sonn- und Feiertagsgesetze der Länder Sperrzeiten, damit auch den Lärm.

3. Besucherschutz

Hier gibt es (nur) die DIN 15905 Teil 5.

Sie legt Verfahren zur Messung und Ermittlung des Beurteilungspegels für die Geräuschimmission an festgelegten Orten in Veranstaltungsstätten wie z. B. in Theatern, Mehrzweckhallen, Konzertsälen und Frei-lichtbühnen im Hinblick auf die Gehörgefährdung des Publikums beim Einsatz von elektroakustischer Be-schallungstechnik bei Tondarbietungen aller Art fest.

Die DIN-Normen sind urheberrechtlich geschützt und daher im Netz nicht frei zugänglich. Die DIN 15905-5 kann beim Beuth-Verlag gekauft werden.

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