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211/17 HanseSail: LKW-Barrieren aus Israel im Einsatz

211/17 HanseSail: LKW-Barrieren aus Israel im Einsatz

7. August 2017

Wie der NDR berichtet, kommen bei der HanseSail, die vom 10. bis 13.08.2017 in Rostock und Warnemünde stattfindet, erstmals mobile LKW-Sperren aus Israel zum Einsatz. Bei diesen Speeren handelt es sich um mehrere Meter lange L-förmige Profile aus Metall, die sich auf kleinen Rollen bewegen lassen (hier ein Videobeitrag des NDR). So kann eine Person die Sperre zur Seite rollen, wenn bspw. Rettungskräfte durchfahren müssen. Fährt aber ein LKW dagegen, verkeilt sich die L-förmige Sperre unter dem Führerhaus.

Auf der Hansesail werden diese Sperren an den drei Haupteingängen eingesetzt, hierfür hat man 40.000 Euro investiert. Von den Betonpollern habe man abgesehen, da diese nur mit großem Aufwand bewegt werden könnten, heißt es vom Veranstalter.

Wie schon berichtet, haben Tests ja auch ergeben, dass die bisher oft eingesetzten (vereinzelten) Betonpoller nicht ausreichend gegen LKW-Angriffe schützen können. Die Hersteller verlautbaren, dass die Betonpoller grundsätzlich wie eine Wand aufgestellt werden müssten, um ihre volle Wirkung zu verbreiten. Ob aber das Sicherheitsgefühl der Besucher gesteigert wird, wenn man ein Volksfest nur noch betreten kann, wenn man eine Mauer durchlaufen muss, wird oft in Frage gestellt.

So schreibt ein Nutzer zu dem NDR-Beitrag über die gelben Metallsperren: „Die israelischen LKW-Sperren haben eine ausgesprochen heftige Symbolkraft, die mir sehr viel Angst macht … Freude hinter Panzersperren und Barrikaden kann es für mich und meiner Familie nicht geben.“

Diese Meinung ist nicht neu – vor diesem Hintergrund geht man oft genug einen Kompromiss ein: Man stellt ein paar Barrieren auf; zwar in in dem Wissen, dass im Ernstfall die Barrieren vermutlich keinen ausreichenden Schutz bieten, aber man hat zumindest das Sicherheitsgefühl des Besuchers erhöht. Es ist eine schwierige Diskussion, die auch noch eine Weile geführt werden wird müssen: Sicherheit um jeden Preis? Maximale Sicherheit? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs mit einem LKW? Wer bezahlt das alles auf lange Sicht? Welche anderen Möglichkeiten kann es ggf. noch geben, auf Terrorattacken zu reagieren, um Restrisiken zu minimieren?

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Polizeiabsperrung: © franz12 - Fotolia.com