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aus dem Eventrecht

Haftung für umstürzenden Baum

Von Thomas Waetke 22. November 2012

In Trier (Rheinland-Pfalz) ist ein Baum umgestürzt und hat dabei einen Menschen erschlagen. 20 weitere Personen wurden verletzt, eine davon schwer.

Der Baum fiel in einem Parkgelände in der Nähe eines Parkhauses in der Innenstadt um, ersten Erkenntnissen zufolge soll er „morsch“ aussehen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Auch bei Veranstaltungen, insbesondere bei solchem im Freien, sind Bäume eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Daher verlangt auch die Rechtsprechung grundsätzlich eine „Baumschau“, die in angemessenen Zeitabständen durchzuführen ist. Hierfür muss der Eigentümer ggf. fachliche Hilfe hinzuziehen.

Vernachlässigt der Grundeigentümer die Baumschau, kann er für den Schaden, den der umstürzende Baum verursacht, haftbar gemacht werden.

Lediglich für mitten im Wald herabstürzende Äste hatte der Bundesgerichtshof jüngst die Haftung eines Waldbesitzers verneint: Wenn sich eine „waldtypische Gefahr“ realisiere, können diese Gefahr nicht dem Waldbesitzer aufgebürdet werden, der aufgrund des landesgesetzlichen Rechts, dass Jedermann einen Wald begehen dürfe, ja schon das Betreten seines Waldes dulden müsse. Würde man ihm dann noch eine Verkehrssicherungspflicht aller seiner Bäume auferlegen, wäre der Waldbesitzer überfordert.