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aus dem Eventrecht
Haftung des Veranstalters eines «Public-Viewing-Events» für Sicherheit auf Sitztribüne

Haftung des Veranstalters eines «Public-Viewing-Events» für Sicherheit auf Sitztribüne

Von Thomas Waetke 14. November 2018

Wenn ein Veranstalter eine Sitztribüne aufstellt, dann ist er für die Sicherheit der Zuschauer (mit-)verantwortlich.

Auch wenn eine Behörde die Tribüne „abnimmt“ oder genehmigt, wird der Veranstalter nicht etwa dadurch entlastet.

Stürzt ein Zuschauer von der Tribüne, da das Geländer fehlt oder zu niedrig ist, dann haftet der Veranstalter dafür – trotz Abnahme bzw. Genehmigung. Daran ändert sich grundsätzlich auch nichts, wenn der Veranstalter die Tribüne durch einen Fachbetrieb hat aufstellen lassen.

Allerdings kann den Zuschauer, der von der Tribüne stürzt, ein Mitverschulden treffen. So hatte einmal das Oberlandesgericht Hamm entschieden, dass das Mitverschulden bei 50% liegt, wenn der Zuschauer die Wellenbewegungen der Zuschauer hatte erkennen können, die ihn letztlich hinuntergestoßen hatte – jedenfalls dann, wenn der Zuschauer durch vorsichtigeres Verhalten den Absturz würde vermeiden können.

Das Risiko muss für den Zuschauer erkennbar und beherrschbar sein. Es wäre dann nicht mehr für ihn – trotz Erkennbarkeit – beherrschbar, wenn er von anderen Zuschauern in die Gefahrenstelle hineingedrängt würde… und quasi gar nicht anders kann, als irgendwann hinunterzufallen. Das gilt umso mehr, wenn der Zuschauer auch keine Möglichkeit hatte, diese Gefahrenstelle zu meiden: Bspw. weil es so voll ist, das er gar nicht mehr ausweichen kann; oder weil alles so schnell geht, dass er keine Zeit mehr zum Ausweichen hatte.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Einzelner Mann auf Tribüne: © wgbieber – pixabay.com