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aus dem Eventrecht

Haftung des Geschäftsführers

Von Thomas Waetke 11. Oktober 2012

Nach dem Tod eines dreijährigen Mädchens in einem Schwimmbad 2010 in Bitburg (Rheinland-Pfalz) hat die Staatsanwaltschaft Trier nun Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen die Geschäftsführerin erhoben.

Ein Gutachten habe ergeben, dass zum Unfallzeitpunkt zu wenige Bademeister im Dienst waren. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Die Geschäftsführerin habe nicht für ausreichend Personal gesorgt. Die ebenfalls laufenden Ermittlungen gegen die Mutter und einen der Bademeister wurden zwischenzeitlich eingestellt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

An diesem Fall sieht man, wie schnell auch der Geschäftsführer eines Unternehmens persönlich zur Verantwortung gezogen werden kann. Gerade im Strafrecht geht es nämlich nicht gegen das Unternehmen, sondern gegen die im Unternehmen verantwortlichen Personen.

Wenn diese selbst gehandelt haben oder eine unzureichende Organisationsstruktur geschaffen haben, die zu einem Schaden führt, dann richtet sich das Strafrecht gegen sie persönlich.

Das gilt übrigens auch für Vereinsvorsitzende!

Im Strafrecht hilft dann auch keine Versicherung mehr und keine Kapitalgesellschaft mehr. Dies hilft nur im Zivilrecht, also bei Schadenersatzansprüchen der Hinterbliebenen.