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aus dem Eventrecht

Haftung bei Sportveranstaltungen

Von Thomas Waetke 12. November 2011

Bei einem Holzhackerwettbewerb in Christchurch (Neuseeland) wurde ein Zuschauer schwer verletzt, als sich von einer Sportaxt der Kopf löste und ins Publikum schleuderte.

Es ist ähnlich wie bei Motorsportveranstaltungen oder auch beim Eishockey: Ein Zuschauer kann durch umherfliegende Teile oder den Puck verletzt werden. Was muss ein Sportveranstalter machen, um seine Zuschauer zu schützen?

„Der Veranstalter eines solchen planmäßig durchgeführten sportlichen Wettkampfes mit öffentlichem Interesse, zu dem Zuschauer gegen Entgelt eingeladen werden, “schafft” die Gefahr, indem er den Zustand, von dem für die Zuschauer eine Gefährdung ausgehen kann, herbeiführt oder andauern lässt. … Die Zuschauer müssen sich darauf verlassen können, dass die normalerweise mit dem Sportbetrieb zusammenhängenden Gefährdungen von ihnen ferngehalten werden.“, so der Bundesgerichtshof zur Verkehrssicherungspflicht bei Sportveranstaltungen.

Beim Eishockey bspw. gibt es u.a. eine DIN-Norm, die besagt, wie hoch und aus welchem Material die Glaswand um das Spielfeld zu sein hat, um Zuschauer zu schützen. Entspricht die Wand der DIN-Norm, kann dem Veranstalter jedenfalls im Regelfall kein Vorwurf mehr gemacht werden, wenn der Puck darüber fliegt.

Auch bei einem Holzhacker-Wettbewerb muss der Veranstalter prüfen, wie hoch das Risiko einer sich selbständig machenden Axt ist, und ob er bspw. ein Sicherheitsnetz aufstellen sollte usw.

Hinweis Es kann nicht oft genug gesagt: Der Bundesgerichtshof hatte in diesem Zusammenhang auch klargestellt, dass es nicht immer ausreicht, sich exakt bspw. an DIN-Normen zu halten. Unter Umständen kann es auch erforderlich sein, dass der Verkehrssicherungspflichtige mehr machen muss, als die DIN-Norm verlangt.

Dies gilt auch anderweitig, bspw. bei der Berechnung der maximal zulässigen Besucherzahl nach VStättV: Wenn der Betreiber die maximale Besucherzahl mathematisch errechnet hat (einerseits gemessen nach Quadratmetern, andererseits nach Fluchtwegbreite, es gilt dann die geringere Zahl), dann muss er immer noch zusätzlich prüfen, ob von dieser errechneten Zahl nicht noch weitere Abzüge vorzunehmen sind (z.B. aufgrund besonderen Publikums oder anderer Besonderheiten der Veranstaltung.