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aus dem Eventrecht

Haben die Chinesen den Vogel abgeschossen?

Von Thomas Waetke 9. September 2011

Wir hatten ja schon mehrfach über Abmahnungen wegen Markenkollisionen bei Veranstaltungsnamen berichtet. Dass das auch eine Nummer größer geht, kann man derzeit im südost-chinesischen Changsha beobachten: Dort hat ein Freizeitpark eröffnet, bei dem das Spiel „Angry Birds“ kopiert worden zu sein scheint: Im Park können die Besucher u.a. Comic-Vögel abschießen, die aber doch erstaunlich dem bekannten Handyspiel ähneln.

Die Herstellerfirma des Handyspiels in Finnland aber findet das nicht zum Schießen im komischen Sinne, da sie ihre Urheberrechte verletzt sieht. Die Finnen erwägen nun, juristisch gegen den Parkbetreiber zu schießen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Nicht nur bei der Namenswahl gilt: Vorsicht! Bei der Namenswahl müssen Urheberrechte, Markenrechte, Titelschutzrechte usw. geprüft werden (siehe hier).

Ein ungefährlicher Name hilft aber nicht, wenn ein Veranstalter meint, den Disney-Park zu kopieren. Auch Veranstaltungsinhalte oder –konzepte können grundsätzlich fremde Rechte verletzen.

Dabei kommt auch immer das Wettbewerbsrecht in Betracht: Man darf nämlich den guten Ruf eines Dritten nicht ausbeuten (vgl. bspw. § 4 Nr. 9 UWG).

Umgekehrt erlangt bspw. das Konzept einer Veranstaltung nicht ohne Weiteres einen Schutz insbesondere aus dem Urheberrecht, da dem Konzept normalerweise die erforderliche Schöpfungshöhe fehlt und „nur“ aus einer Aneinanderreihung von (urheberrechtlich nicht geschützten) Ideen besteht. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Schutz von Eventkonzepten.