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Gutscheine können verbotene Werbung sein

Gutscheine können verbotene Werbung sein

by 18. Oktober 2018

E-Mails sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Dennoch – oder gerade deswegen – wird das Verschicken von E-Mails streng reglementiert: Wann darf man wem welche Mails schicken?

Dabei muss man unterscheiden zwischen

  • dem Datenschutzrecht, also darf man die fremde Mailadresse erheben, speichern und nutzen? Hier ergeben sich Regelungen insbesondere aus Art. 6 DSGVO.
  • dem Wettbewerbsrecht, also darf man einem Verbraucher oder einem Unternehmer eine Mail schicken? Dies ergibt sich insbesondere aus § 7 UWG.

Eine „normale“ E-Mail mit fachlichem Austausch zwischen Unternehmern bzw. gegenüber dem Kunden ist grundsätzlich unproblematisch.

Aber: Werbung per Mail wird gefährlich. Dabei geht es nicht nur um die typische reine Werbemail, sondern auch um Werbung, die in einer normalen Mail enthalten ist!

Der Begriff der „Werbung“ umfasst dabei alle Maßnahmen eines Unternehmens, die auf die Förderung des Absatzes seiner Produkte oder Dienstleistungen gerichtet sind. Damit ist außer der unmittelbar produktbezogenen Werbung auch die mittelbare Absatzförderung erfasst. Werbung ist deshalb jede Äußerung mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen zu fördern. Die Definition ist weit und nicht auf die Formen klassischer Werbung beschränkt.

So kann auch der Versand eines Gutscheins per E-Mail, auch wenn er ansonsten in einer „normalen“ Mail enthalten ist, verbotene Werbung sein.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Maskierter Mann packt Geschenk aus: © Sergey - Fotolia.com