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aus dem Eventrecht

Grundsatz der „Gefahrensparsamkeit“

Von Thomas Waetke 19. November 2012

Im Datenschutzrecht gibt es den Grundsatz der Datensparsamkeit: Wenn nicht erforderlich, sollen keine Daten erhoben und gespeichert werden. Auch im Arbeitsschutz gibt es eine Reihenfolge: Zunächst muss die Quelle der Gefahr reduziert bzw. ausgeschlossen werden. Technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen Maßnahmen.

Beispiel: Bei Lärm muss zunächst der Lärm verhindert bzw. reduziert werden, erst dann kann auf Gehörschutz für die Beschäftigten zurückgegriffen werden.

Diesen Grundsatz kann man auch auf andere Rechtsbereiche übertragen: Gibt es für denselben Umstand zwei Möglichkeiten, einmal mit einer geringeren Gefahr, und einmal mit einer höheren Gefahr, dann ist grundsätzlich die geringere Gefahr zu wählen.

Ein Beispiel: In einer Show soll ein Fahrzeug präsentiert werden. Man überlegt, das Fahrzeug entweder auf den Boden zu stellen, oder an die Decke aufzuhängen. Grundsätzlich ist die Alternative „Boden“ vorzuziehen, da die Deckenaufhängung eine ungleich höhere Gefahr mit sich bringt.

Erst wenn die gefahrlosere Variante ausscheidet, sollte die gefahrerhöhende Variante in Betracht gezogen werden. Dann sind entsprechende zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zu treffen.

Im Beispiel mit dem aufzuhängenden Fahrzeug wären dies bspw. Maßnahmen aus der BGV C1, der BGI 810 u.a.