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aus dem Eventrecht

Gemeinde haftet für Versagen eines Veranstalters

Von Thomas Waetke 21. Mai 2011

Das Oberlandesgericht Schleswig hat den Fahrer eines Strandseglers, den örtlichen Segelverein und auch die Gemeinde zu hohen Schmerzensgeldzahlungen verurteilt. Hintergrund war ein Unfall bei einer Regatta am Strand in St. Peter-Ording (Schleswig-Holstein):

Eine Spaziergängerin war unterwegs, als sie von einem Strandsegelwagen überrollt und dabei schwer verletzt wurde. Der Strandsegelwagen nahm an einer Regatta des örtlichen Segelclubs teil.

Das Oberlandesgericht verneinte eine Mithaftung der Spaziergängerin, da diese beim Strandspaziergang nicht damit habe rechnen müssen, dass plötzlich ein Strandsegler auftauche.

Das Argument des Fahrers, er habe plötzlich sein Gefährt nicht mehr unter Kontrolle halten können, ließ das Gericht nicht gelten.

Auch der Segelclub als Veranstalter der Regatta wurde verurteilt. Die Regatta war lediglich mit einem Schild gekennzeichnet. Der Segelclub hätte den Strand großräumig absperren müssen. Da er dies unterlassen hatte, hafte er wegen Verstoßes seiner Verkehrssicherungspflichten.

Auch die Gemeinde St. Peter-Ording muss mithaften: Das Oberlandesgericht hat entschieden, dass die Gemeinde hätte kontrollieren müssen, ob der Segelclub die Regatta ordentlich absichere.

Das Bemerkenswerte an dem Urteil: Das Oberlandesgericht packte auf das Schmerzensgeld noch mal 10.000 Euro oben drauf, da sich die Beklagten hartnäckig geweigert hatten, überhaupt einen Cent Schmerzensgeld zu zahlen und die Abwicklung herausgezögert hatten.