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aus dem Eventrecht

Gefährliche Tell-a-friend-Funktion

Von Thomas Waetke 4. November 2013

Wir hatten vor einiger Zeit die Möglichkeit eingeführt, dass ein User einen interessanten Beitrag mittels E-Mail weiterleiten konnte. Dazu musste er nur die Mailadresse des Empfängers angeben, der den von ihm empfohlenen Beitrag bekommen sollte. Nachdem der Bundesgerichtshof vor ein paar Tagen entschieden hat, dass derartige „tell a friend“-Funktionen zu einer kostenpflichtigen Abmahnung führen können, haben wir diese Service abgeschaltet.

In dem Verfahren vor dem Bundesgerichtshof ging es um eine E-Mail, die ein User einer Plattform an einen Rechtsanwalt weitergeleitet hatte. Der empfangende Rechtsanwalt wollte diese Mail aber nicht haben und nahm nicht den versendenden User, sondern den Betreiber der Plattform in Anspruch – wegen SPAM. Zu Recht, hat nun der BGH entschieden: Wer die Möglichkeit anbietet, dass ein User eine Mail der Plattform an Dritte versenden könne, ist so zu behandeln, als ob er diese Mail selbst verschickt hat. Ist also der Empfänger mit der Mail nicht einverstanden, handelt es sich grundsätzlich um SPAM. Hiergegen kann sich der Empfänger wehren.

Wir wollten angesichts dieses Urteils nicht ausprobieren, ob es Scherzbolde gibt, die unsere Beiträge theoretisch tausendfach an Dritte versenden könnten, um so zig Abmahnungen zu unseren Lasten zu provozieren. Daher bitten wir um Verständnis, dass es diesen gern genutzten Service nicht mehr geben wird.