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aus dem Eventrecht

Gedränge führt zu Abbruch von Iron Maiden-Konzert

Von Thomas Waetke 15. April 2011

Ende März hatte „Iron Maiden“ während ihrer Tournee auch einen Auftritt in Rio de Janeiro. Direkt zu Beginn des Auftritts hatte die Band diesen aber schon wieder abgebrochen, da…

immer mehr Zuschauer auf das Gelände strömten und es zu einem heftigem Gedränge im Eingangsbereich gekommen war. Die Band wollte ein paar Minuten Pause machen, bis sich die Situation wieder beruhigen würde. Dennoch hatte man sich dann dazu entschieden, das Konzert aus Sicherheitsgründen ganz abzubrechen und zu verlegen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Vertragsrechtlich hat der Veranstalter gegenüber dem Besucher seine geschuldete Leistung „Konzert“ nicht erfüllt. Der Veranstalter hat gegen den Besucher keinen Anspruch darauf, dass der sich auf einen anderen Termin vertrösten lässt. Grundsätzlich kann also der Besucher das bereits bezahlte Eintrittsgeld wieder zurückverlangen.

Denkbar kann allenfalls sein, dass  „Höhere Gewalt“ zum Konzertabbruch führt – dann ist dem Veranstalter die Leistungserbringung zwar unmöglich (siehe § 275 BGB), er muss aber dennoch das bereits erhaltene Eintrittsgeld zurück erstatten (siehe § 326 Abs. 1 BGB).

Jedoch hätte ein Besucher oder ein Dienstleister keinen Anspruch gegen den Veranstalter auf Schadenersatz: Schadenersatz gibt es immer nur, wenn der Schädiger den Schaden schuldhaft verursacht hat (fahrlässig oder vorsätzlich). Bei höherer Gewalt aber hat niemand schuldhaft gehandelt, so dass es auch keine Schadenersatzansprüche geben kann.