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aus dem Eventrecht

Fußballspiel während einer Tagung ist nicht unfallversichert

Von Thomas Waetke 13. Juli 2011

Das Landessozialgericht Hessen hat entschieden, dass ein Fußballspiel während einer Dienstreise nicht unter den Unfallversicherungsschutz fällt.

Ein Baumarktleiter hatte sich zu einer mehrtägigen Tagung mit anderen Marktleitern getroffen. Es kam dann auch zu einem Fußballspiel, bei dem sich der Marktleiter verletzt hatte.

Das Landessozialgericht hat allerdings entschieden, dass für das Fußballspiel kein Versicherungsschutz bestehe, da es mit dem Beschäftigungsverhältnis nicht wesentlich zusammenhänge. Es war vielmehr lediglich eine Auflockerung der Gesamtveranstaltung, der eigentliche Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den Tagungen. Hätte er sich während einer Tagung verletzt, würde der Unfallversicherungsschutz bestehen.

Auch der Umstand, dass das Fußballspiel ein Punkt auf der Tagesordnung war, führt nicht zu einem Arbeitsunfall. Der Marktleiter war rechtlich nicht verpflichtet, bei dem Fußballspiel mitzumachen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Das Urteil ist insbesondere für Organisatoren von Firmenincentives interessant. Immer wieder kommt es vor, dass sich ein Teilnehmer verletzt; im Rahmen der Unfallversicherung ist dann zu prüfen, ob es sich um einen Arbeitsunfall handelt oder nicht.

Wie man an dem Urteil des Landessozialgerichts Hessen sieht, ist nicht maßgebend, ob die unfallverursachende Tätigkeit im Rahmen einer unfallversicherten Dienstreise stattfindet;  maßgeblich ist vielmehr, ob auch die einzelne Tätigkeit selbst unfallversichert ist; das ist sie unter anderem nur, wenn sie mit dem Beschäftigungsverhältnis wesentlich zusammenhängt.

Ggf. macht es also Sinn, seperat für die Incentive-Teilnehmer eine eigene Unfallversicherung abzuschließen.

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