News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Fremde Werke in der Präsentation

Fremde Werke in der Präsentation

Von Thomas Waetke 23. März 2012

In Präsentationen werden gerne Bilder, Texte oder Musikstücke eingebaut, um die Präsentation aufzuhübschen, egal ob beim Studium oder bei einem Pitch beim Kunden. In diesem Beitrag stellen wir dar, was erlaubt ist.

Das Urheberrechtsgesetz setzt der ungefragten Nutzung fremder urheberrechtlich geschützter Werke enge Grenzen:

1.) Grundsatz: Fragen und zahlen

Ist das Bild, der Text, das Musikstück usw. urheberrechtlich geschützt, dann ist grundsätzlich der Urheber um Erlaubnis zu fragen und ggf. eine Lizenzgebühr zu zahlen.

Die Anforderung an Bilder, Texte oder Musik an die Schöpfungshöhe sind gering. Somit kann davon ausgegangen werden, dass nahezu jedes Foto, Musikstück und auch die meisten Texte urheberrechtlich geschützt sind.

2.) Ausnahmen

Das Urheberrechtsgesetz kennt einige wenige Ausnahmen, bei denen der Urheber nicht gefragt werden muss. Diese Ausnahmen nennt man „Schranken“. Die bekannteste Schranke ist der Privatgebrauch (siehe § 53 Abs. 1 UrhG).

Für die Nutzung fremder Werke in Präsentationen kommen grundsätzlich folgende Schranken in Betracht:

a.) 1. Möglichkeit: Nutzungen für Unterricht und Wissenschaft

Dient das fremde Werk nur dazu, die Präsentation schöner zu machen, ist eine Erlaubnis einzuholen!

Diese Ausnahme betrifft zumeist Anschauungsmaterial im Unterricht. Dabei darf aber der Dozent sich das Leben nicht einfach machen und einfach seine Vorlesung durch eine Aneinanderreihung fremder Werke ersetzen.

Für einen Pitch fällt diese Möglichkeit also aus.

Dient das fremde Werk nur dazu, die Präsentation schöner zu machen, ist eine Erlaubnis einzuholen!

b.) 2. Möglichkeit: Das Zitat (§ 51 UrhG)

Das Zitatrecht ist eine Ausnahme, die bei einem Pitch weiterhilft.

Auch hier ist eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen, dass diese Möglichkeit zutreffen würde:

  1. Es geht um die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes
  2. Die Nutzung erfolgt zum Zweck des Zitats (also: keine Bebilderung und Behübschung, keine Auflockerungen!),
  3. die Nutzung ist in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt.

Dient das Bild hauptsächlich oder gar ausschließlich der Optik oder der besseren Unterhaltung, greift das Zitatrecht nicht. Mit dem Zitat muss zumindest eine eigene Aussage belegt werden.

Wenn zitiert wird, müssen zumindest die Quelle und der Name des Urhebers genannt werden. Das fremde Werk darf keinesfalls als eigenes ausgegeben werden. Es muss klar sein, dass das fremde Werk sprichwörtlich „zitiert“ wird.

 Ganz allgemein gilt:

Wer seine Präsentation (egal ob in der Schule oder bei einem Kunden) mit einem fremden Bild, einem fremden Spruch/Text oder einer Musikdatei schöner, lustiger oder attraktiver gestalten möchte, muss den Urheber vorher fragen und ggf. eine Lizenzgebühr zahlen. Für solche Fälle sind die ohnehin wenigen gesetzlichen Ausnahmen nicht gedacht.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Team (5 Personen) an weißem Tisch: © Robert Kneschke - Fotolia.com