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Freizeitpark-Betreiber haftet nicht für alle Unfälle in Attraktion

Freizeitpark-Betreiber haftet nicht für alle Unfälle in Attraktion

by 1. April 2019

In einem Freizeitpark wurde eine Besucherin 2017 verletzt, als sie in einer Gondel eine Wasserrutsche herunterfuhr. Sie hatte sich zwar mit allen Kräften festgehalten, dennoch wurde sie und die anderen Fahrgäste in der Gondel beim Aufprall auf das Wasser „durcheinander geschmissen“.

Die Sache landete vor dem Landgericht Köln. Das Gericht konnte im Ergebnis keine Pflichtverletzung des Parkbetreibers erkennen und wies nun die Klage der Verletzten ab:

Wie bei Verkehrssicherungspflichten üblich, muss ein Parkbetreiber (wie auch Veranstalter) nicht für jeden denkbar möglichen Schadenseintritt eine Vorkehrung treffen. Dies ist nur der Fall für Vorfälle, die nach den jeweiligen Umständen zur Beseitigung der Gefahr notwendig und zumutbar sind. Dem Fahrgeschäft lag ein erprobtes Sicherheitskonzept zugrunde. Anschnallgurte waren mit gutem Grund nicht vorhanden, da das Risiko des Ertrinkens als deutlich höher bewertet wurde als das „durcheinander geschmissen“-werden in der Gondel, wenn der Fahrgast sich ordentlich festhalte.

Der Parkbetreiber hatte mit Schildern vor der Attraktion ausreichend auf die Gefahr durch schnelle Richtungswechsel und die rasante Fahrweise der Gondeln aufmerksam gemacht.

Die Verletzte hatte behauptet, dass solch ein Vorfall bereits öfter passiert sei, was sie aber nicht nachweisen konnte. Es sei, so das Gericht, nicht ersichtlich, dass dem Parkbetreiber vergleichbare Fälle bereits bekannt gewesen seien – denn nur dann hätte er einen Anlass gehabt, ggf. die Attraktion überprüfen zu lassen, Teilstrecken zu entschärfen bzw. zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.

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