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aus dem Eventrecht

Freizeitpark: 1 Toter in Achterbahn

Von Thomas Waetke 15. Mai 2011

Im Freizeitpark Phantasialand in Brühl (NRW) ist ein Besucher bei einer Fahrt mit der „Black Mamba“ nach einem Herzinfarkt gestorben.

Der 48-jährige Besucher war offenbar Diabetiker.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Stirbt ein Mensch außerhalb normaler Umstände, ermittelt grundsätzlich die Staatsanwaltschaft bei einem Todesfall zumindest wegen fahrlässiger Tötung. Vermutlich würde sie hier feststellen, dass für den Tod niemand verantwortlich gemacht werden kann: Der Betreiber der Achterbahn bzw. des Parks ist nicht für alles verantwortlich.

Der durchschnittlich vernünftige Besucher einer Achterbahn weiß, dass die Fahrt den Körper sehr belastet. Dies gilt vor allem, wenn der Besucher erwachsen ist.

Der Betreiber muss auch „nur“ solche Maßnahmen zur Sicherheit treffen, die zumutbar und erforderlich sind. Würde man vom Betreiber einer Achterbahn verlangen, auch einen Herzinfarkt zu verhindern, so müsste er jeden Besucher vor der Fahrt ärztlich untersuchen lassen; dies ist aber ersichtlich zu viel verlangt. Selbst eine individuelle Aufklärung eines jeden Besuchers vor der Fahrt wäre nicht zumutbar.

Daher ist regelmäßig zumindest ausreichend, wenn…

  • der Betreiber durch klare Beschilderung auf die Gefahren hinweist, und
  • beim Einsteigen zumindest eine Sichtkontrolle durchführt, um zu kleine Kinder, ersichtlich körperlich ungeeignete Personen usw. von der Teilnahme abzuhalten.

Eine Garantie auf 100%-ige Sicherheit muss und kann der Betreiber der Achterbahn also nicht gewähren.