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aus dem Eventrecht
Fotos von Feuerwerken

Fotos von Feuerwerken

Von Thomas Waetke 19. Juni 2013

Auf einer Veranstaltung wird abends ein Feuerwerk abgeschossen. Fotografen machen Bilder davon – können der Veranstalter oder der Pyrotechniker diese Fotos verhindern? Darf das Feuerwerk auf einer Veranstaltung fotografiert werden?

Allgemein: Im Veranstaltungsrecht spielen Fragen des Urheberrechts eine wichtige Rolle – das Urheberrecht ist ein wertvolles Gut und kann für einen Rechtsverletzer zu hohen Kosten führen. Wer also kreativ tätig ist, sollte sich im Urheberrecht auskennen.

Maßgeblich für unsere Ausgangsfrage ist zunächst, ob das Feuerwerk überhaupt ein urheberrechtlich geschütztes Werk ist. Dies wird nur bei entsprechend inszenierten Feuerwerken der Fall sein, deren Ablauf nicht nur technischen Vorgaben folgt, sondern einer kreativen schöpferischen Leistung entspringt – einfach ein paar Raketen in den Himmel schießen reicht nicht aus.

Wäre das Feuerwerk nicht urheberrechtlich geschützt, könnte jedermann Aufnahmen hiervon machen.

Ist das Feuerwerk hingegen urheberrechtlich geschützt, darf es grundsätzlich nur mit Zustimmung des Urhebers – also des Pyrotechnikers, der sich das Feuerwerk ersonnen hat – fotografiert werden.

Interessant sein könnte auch § 81 UrhG, das so genannte Leistungsschutzrecht des Veranstalters: Er hat, bei einer Live-Darbietung urheberrechtlich geschützter Werke, ein „Recht an der Veranstaltung“ und könnte (neben dem Urheber des Feuerwerks, wenn es denn geschützt ist) Aufnahmen verhindern.

Eine Ausnahme hiervon könnte die so genannte Panoramafreiheit des § 59 UrhG sein:

Voraussetzung für die Panoramafreiheit ist aber, dass das fotografierte Objekt „bleibend“ im öffentlichen Raum sein muss. Maßgeblich ist nicht unbedingt die Dauer, sondern der Zweck: Soll das Werk bleibend sein? So kann bspw. eine Pflastersteinmalerei oder eine Schneeskulptur „bleibend“ i.S.d. § 59 UrhG sein, da das Werk solange existiert, bis es vom Regen weggewaschen oder geschmolzen ist.

Nun könnte man natürlich sagen, dass das Feuerwerk ja zumindest für ein paar Sekunden am Himmel „bleibt“. Dies entspricht m.E. aber nicht dem Ausnahmecharakter der Vorschrift.

M.E. ist das Feuerwerk vergleichbar mit der Aktion „Verhüllter Reichstag“ des Künstlers Christo. Hier hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass zwar der Reichstag „bleibend“ ist, aber nicht die Verhüllung, die bereits nach wenigen Wochen wieder abgebaut wurde. Fotos vom verhüllten Reichstag sind also für kommerzielle Zwecke nicht erlaubt. Der Bundesgerichtshof hatte damals gesagt: „Ein Werk … befindet sich dann nicht bleibend an …, wenn das Werk im Sinne einer zeitlich befristeten Ausstellung präsentiert wird.“

Ein Feuerwerk soll ja auch nur kurz zu sehen sein, der Pyrotechniker will ja nicht tagelang den Himmel erhellen, sondern nur „zeitlich befristet“.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):