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aus dem Eventrecht

Tragisches Ende einer Flugshow

Von Thomas Waetke 5. September 2010

Wie die Nürnberger Nachrichten berichten, kam es bei einem Flugtag in Lillinghof bei Lauf (Bayern) zu einem tragischen Unglück: Ein Flugzeug kam beim Start von der Landebahn ab und raste in die Zuschauermenge. Eine Frau soll dabei von dem Rotor des Flugzeuges getroffen und getötet worden sein. Es soll ca. 20 Verletzte gegeben haben. Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen Doppeldecker, der als Hauptattraktion des Flugtages gedacht war.

 UPDATE  Bei einem Flugtag im hessischen Langeselbold ist heute ebenfalls ein Flugzeug am Boden außer Kontrolle geraten und führerlos in eine Hecke gefahren. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt, auch deshalb, da der Sicherheitsabstand zu den Zuschauern an dieser Stelle ausreichend groß gewesen sei.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Wie an anderer Stelle schon dargestellt (siehe bspw. den Beitrag „Steht der Veranstalter mit einem Bein im Gefängnis?„), muss der Veranstalter das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, um seine Besucher zu schützen. Bei einer Flugshow ist die Gefahr für die Besucher höher als bei anderen Veranstaltungen. Allerdings weiß auch der durchschnittliche Besucher, dass eine Flugshow nicht völlig ungefährlich ist. Dennoch muss der Veranstalter Vorkehrungen treffen, um bspw. zu verhinden, dass Besucher auf die Landebahn gelangen. Auch muss der Veranstalter ggf. damit rechnen, dass ein Flugzeug von der Start- oder Landebahn abweichen könnte; er dürfte also die Besucher nicht direkt an die Bahnen heranlassen, sondern müsste einen Sicherheitsabstand einhalten und durch Absperrungen sichern. Was genau der Veranstalter in Lillinghof unternommen hat, ist nicht bekannt. Wenn ihm aber kein Vorwurf gemacht werden kann – er also das Erforderliche und Zumutbare getan hatte – dann jedenfalls kann er von den Angehörigen der Totesopfer nicht in Anspruch genommen werden.

Neben der Verantwortung des Veranstalters müsste in diesem Fall auch die Verantwortung des Piloten geprüft werden.