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aus dem Eventrecht

flaschewerfender Sänger verurteilt

Von Thomas Waetke 4. November 2010

Der Sänger der Band Black Rebel Motorcycle Club aus Kalifornien hatte bei einem Konzert in München Anfang Mai 2010 rücklings zum Publikum stehend eine halbvolle Wasserflasche ins Publikum geworfen.

Dabei hatte er einen Besucher getroffen, der an einem Auge schwer verletzt wurde. Der Sänger wurde nun vom Amtsgericht München zu einer Bewährungsstrafe von 3 Monaten und zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 18.500 Euro verurteilt und muss zudem die Behandlungskosten bezahlen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Bei der Tat handelt es sich um eine gefährliche Körperverletzung (§ 224 Abs. 1 Nr. 2 Strafgesetzbuch). „Gefährlich“ ist die Körperverletzung deshalb, da eine Wasserflasche als „gefährliches Werkzeug“ gilt. Auch wer mit einem Stiefel zutritt, benutzt ein gefährliches Werkzeug. Daneben gibt es noch die schwere Körperverletzung, diese kommt bspw. in Betracht, wenn der Verletzte das Augenlicht verliert.

Für § 224 StGB muss der Täter mit Vorsatz handeln. Vorsätzlich handelt man, wenn man den Schaden…

  • will und weiß, dass er eintreten wird, oder
  • billigend in Kauf nimmt, bspw. weil man sich denkt „Das wird schon gutgehen“.

Wer eine Flasche rücklings ins Publikum wirft, nimmt zumindest billigend in Kauf, dass etwas passieren könnte.

Im vorliegenden Fall hatten sich der Täter und das Opfer übrigens auf die Zahlung des Schmerzensgeldes und der Behandlungskosten „freiwillig“ verständigt. Ansonsten hätte der Verletzte nach dem Strafverfahren noch eine Zivilklage erheben müssen auf Schadenersatz.

An dem Fall sieht man, wie schnell aus Spaß Ernst werden kann; der Sänger hatte den Besucher mit Sicherheit nicht absichtlich verletzen wollen, aber er hätte damit rechnen müssen, das so etwas passieren kann. In der Verhandlung hatte sich der Sänger übrigens mehrfach bei dem Verletzten entschuldigt.