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aus dem Eventrecht

Feuerwerk war Ursache für Autounfall

Von Thomas Waetke 7. November 2011

Die Massenkarambolage am vergangenen Samstag in England mit 7 Toten und 51 Verletzten soll erheblich durch den Rauch eines Feuerwerks verursacht worden sein, das in der Nähe der Autobahn gezündet wurde.

Ein Rugby-Verein hatte zum Unfallzeitpunkt zur Feier des Guy-Fawkes-Tages ein Feuerwerk veranstaltet. Augenzeugen zufolge sollen dichte Nebelschwaden über die Autobahn gezogen sein, so dass die Autofahrer stark gebremst hätten. Die Polizei hatte anfangs lediglich die regenasse Fahrbahn als Ursache ausgemacht.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

In Deutschland benötigt man zur Durchführung eines Feuerwerks grundsätzlich eine Genehmigung, allerdings hauptsächlich aufgrund möglicher Lärmbelästigung der Nachbarschaft, sofern das Feuerwerk nicht von einem ausgebildeten Pyrotechniker mit einer entsprechenden Erlaubnis bzw. Befähigung abgebrannt wird.

Ob (würde man deutsches Recht anwenden) der Veranstalter eines Feuerwerks für solch einen Autounfall haften würde, ist fraglich. Als Anspruchsgrundlage für einen Schadenersatzanspruch des geschädigten Autofahrers bzw. seiner Hinterbliebenen könnte § 823 BGB greifen.

Voraussetzung dafür ist aber u.a. ein Verschulden und die Kausalität: Es ist aber fraglich, ob für den Sportverein diese extreme Folge vorhersehbar war. Es wäre also bspw. genau zu prüfen,

  • wer das Feuerwerk gezündet hat; wenn es kein Fachmann war, hätte ein Fachmann erkannt, dass das Feuerwerk diesen Nebel verursacht, und
  • ob erkennbar war, dass das Feuerwerk diesen Nebel verursacht?

Gesetzliche Regelungen und andere Vorschriften zum Feuerwerk finden sich bspw. in: