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aus dem Eventrecht

Feuer in Disko nach Feuershow

Von Thomas Waetke 16. Januar 2012

Bei einer Feuershow in einer Diskothek in Rendsburg (Schleswig-Holstein) ist am Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Ein von einer Agentur an die Disko vermittelter Feuerkünstler hatte an Ketten befestigte Kugeln umhergeschleudert, in denen sich brennende Flüssigkeit befand.

Irgendwann fing die Decke Feuer. Die Besucher hatten die Diskothek problemlos und schnell verlassen können.

Die Security konnte das Feuer rasch löschen, verletzt wurde niemand. Eine Brandsicherheitswache war nicht anwesend.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich ist der Feuerkünstler verantwortlich; der Diskothekenbetreiber könnte ihn auf Schadenersatz in Anspruch nehmen, wenn man ihm zumindest fahrlässiges Fehlverhalten vorwerfen kann (siehe § 823 Abs. 1 BGB). Der Künstler wird sich auch nicht mit dem Argument herausreden können, dass bspw. die Decke zu niedrig gewesen wäre: Denn dann hätte er seine Show eben nicht (so) durchführen dürfen.

Da der Betreiber mit einer Vermittlungsagentur einen Vertrag geschlossen und sich die Agentur dabei verpflichtet hat, einen Künstler zu liefern, kann der Betreiber auch die Agentur in Anspruch nehmen: Die Agentur muss sich das Verhalten des Künstlers zurechnen lassen, insbesondere wenn sie den Künstler bspw. nicht ordnungsgemäß ausgewählt hat.

Wenn die Versammlungsstättenverordnung anwendbar ist (siehe § 1 und § 2), muss der eine Brandsicherheitswache einrichten bei erhöhter Brandgefahr (siehe § 41 Abs. 1 MVStättV).

Wenn die Verordnung nicht anwendbar ist (z.B. aufgrund der geringen Größe der Versammlungsstätte), bedeutet das aber nicht, dass jeder machen kann, was er will. Immerhin ist (auch) der Veranstalter verkehrssicherungspflichtig: Er muss also das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, um Schaden zu verhindern. Wenn der Veranstalter also bspw. eine Feuershow vorführt, dann muss er dafür sorgen, dass dadurch seine Besucher nicht verletzt werden.

Den Veranstalter treffen bei einer Feuershow im Vergleich zu einer „normalen“ Veranstaltung deutlich erhöhte Verkehrssicherungspflichten. Dazu gehört bspw. ein ausreichender Abstand zum Publikum und ggf. eben der Einsatz einer Brand- sicherheitswache, die professionell einschreiten kann.