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aus dem Eventrecht

Fans lehnen Sicherheits-Papier ab

Von Thomas Waetke 2. November 2012

Beim Fan-Gipfel haben am Donnerstag 250 Fan-Vertreter von fast 50 Vereinen der vier oberen Ligen zum Thema Stadionsicherheit diskutiert. Angesichts der jüngsten gewalttätigen Ausschreitungen hatte sich der Ton zwischen Fans, Vereinen und Verbandsvertretern zwischenzeitlich verschärft, aber der Fan-Gipfel hat zumindest eines gebracht: Man redet wieder miteinander.

Die Fans lehnten aber den Entwurf der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ab, der Flughafen-ähnliche Kontrollen vorsieht. Auch verschiedene Liga-Vereine haben bereits ihre Ablehnung bekundet. Der DFL will über das Konzeptpapier am 12.12. abstimmen lassen; „Wir sollten an dem Ziel 12.12. festhalten“, so die DFL. „Wir sollten das Papier in die Tonne kloppen“, halten die Fan-Vertreter dagegen.

Fans haben auch die Initiative „Ich fühl mich sicher“ gestartet, mit der verdeutlicht werden soll, dass es für die Fans heute nicht gefährlicher ist als früher.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Wie so oft: Es liegt an einigen wenigen Dummies, die für einen großen Aufwand sorgen. Auch bei Konzerten oder Faschingsveranstaltungen sind es meist wenige, die Ärger machen, was aber zu hohen Kosten im Sicherheitsbereich führt.

Ein kleiner Nachbarort von mir hat jetzt angekündigt, einen beliebten Nacht-Fasnachtsumzug nicht mehr weiter durchzuführen: Die Kosten für die Sicherheit seien explodiert, selbst mit einem massiven Personaleinsatz könnte man die gewalttätigen Auseinandersetzungen mit bzw. unter betrunkenen Jugendlichen, die extra wegen des Umzuges (oder wegen der Schlägereien?) anreisten, nicht mehr beherrschen. Das Ergebnis: Zehntausende friedliche Zuschauer verlieren ein tolles Ereignis.

Daher wird ja auch bereits von mehreren Seiten entsprechende Präventionsarbeit gefordert, die nicht erst bei den Folgen (= Kontrollen am Stadion) ansetzt, sondern schon viel früher.

In diesem Zusammenhang darf erwähnt werden, dass der Veranstalter durchaus Möglichkeiten hat, Einfluss auf das Besucherverhalten zu nehmen: Höfliches Einlasspersonal, freundliche Atmosphäre, geschultes (Theken-)Personal, kurze Wartezeiten am Einlass, an der Garderobe oder an den Getränkeausgaben usw. können schon einmal einiges ausrichten.